Donnerstag, 4. Mai 2017

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... die sprechende Mimik!

...oder warum es echt übel sein kann, wenn einem Gedanken im Gesicht stehen!

Liebe Leser und Leserinnen, ich hab es in den letzten Wochen zeitlich einfach nicht geschafft, hier aktiv zu sein - sorry dafür. Seit ich redaktionell arbeite und täglich schreibe, möchte ich abends oft was anderes machen. Aber ich gelobe Besserung - die Themenpalette liegt schon bereit! 

Bürgerversammlung, 22 Uhr, ich als Presse dort: Die Leute kommen gerade zu Wort und weil ich das Prozedere schon kenne, weiß ich, es ist gleich vorbei, wenn keiner mehr eine Frage hat. In meinem Hinterkopf: Die Heimreise, denn die kostet mich immer rund 45 Minuten. Ich bin also länger unterwegs, so spät. Macht mir erstmal nichts aus, aber wenn die Müdigkeit irgendwann kommt, ist jede Minute im Auto richtig übel. Der letzte Bürger meldet sich also, die Frage wird schnell geklärt, da geht der Bürgermeister wieder zu seinem Laptop und beginnt die nächste Powerpoint-Präsi. Es ist also nicht vorbei. Teil 3 beginnt. Und ich denke ehrlicherweise: Oh. Mein. Gott. Bitte. Nicht. Und lächle freundlich in die Runde. Das soll ja keiner merken. Da stößt mich eine Frau von links an, grinst verschwörerisch und sagt: "Ich weiß, ich weiß, das macht er jedes Mal so." Augenblicklich laufe ich puterrot an. Sie hat es gesehen, in meinem Gesicht. Und damit ist klar: Jeder andere hätte es auch sehen können. Shit. Richtig peinlich.

Wo andere Frauen ein Resting Bitch Face haben, also ein Gesicht, das immer griesgrämig aussieht, habe ich ein Talking Face. Man sieht mir meine Gedanken an. Dummerweise ist mir das erst vor kurzem bewusst geworden. Und das führt zu dem ein oder anderen Problem. Denn wenn ich etwas nicht möchte, unzufrieden oder schlecht gelaunt bin, sieht man das. Wie ein kleines Warnschild auf der Stirn: "Attention, ihre Laune ist xy." Das kann katastrophal sein, denn gerade bei wichtigen Terminen ist das ungünstig - siehe oben.


Thommy Weiss  / pixelio.de
Das funktioniert aber auch mit guter Laune. Und beides kann auch ein Vorteil sein. Ich bin dadurch nämlich gut einschätzbar. Bin ich grummelig, merkt mein Umfeld das und kann mir aus dem Weg gehen. Auch wenn ich Menschen kennen lerne oder Leute nicht besonders mag, ist das erkennbar. Was natürlich auch zu ungünstigen Situationen führt. Stellt euch zum Beispiel vor, ihr trefft in der Stadt jemanden, den ihr nur ungerne ertragt, wenn ihr müsst, und dann hält er euch an und macht Smalltalk. Während die meisten anderen das problemlos mindestens fünf Minuten können, sagt meine Mimik schnell: Lass mich gehen! Bitte! Sympathien - oder eben das Gegenteil - muss ich also nicht erst aussprechen, das klärt sich schnell von selbst. Dank meinem Talking Face. Manchmal unangenehm, aber deutlich.

Das Blöde ist, dass ich daran auch nur schlecht arbeiten kann. Ein Pokerface ist einfach sau schwer. Aber hey, sowas macht ja den Charakter aus, hab ich gehört. Und es ist nicht nur negativ. Außerdem bin ich bestimmt nicht die einzige mit ihrem TF.
;-)

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