Sonntag, 24. Juli 2016

Die besten Songs... gegen nervige Menschen!

Wer kennt das Phänomen nicht: Man wird auf der Autobahn von einem Drängler geschnitten, man bekommt völlig unnötig Mecker von der Kollegin, obwohl man nichts falsch gemacht hat oder muss sich im Supermarkt das lauwarme Geschwalle eines entfernten Bekannten anhören, obwohl man wirklich besseres zu tun hat. Nervige Menschen gibt es echt überall! Ich hab euch hier mal eine Playlist zusammengestellt, die eure Aggressionen wieder runter fährt. Gutes Gelingen! :-)

Rike  / pixelio.de
Ventilator – Orsons (Rap)
Drei für gewöhnlich entspannte Jungs rappen über nervige Leute? Erstmal ungewöhnlich. Aber die Orsons treffen den Ton und die Eigenschaften der Ventilatoren so genau, dass man mindestens einen in seinem Bekanntenkreis in Zukunft heimlich Ventilator schimpft. Und ein bisschen schmunzeln muss, wenn einem die Jungs die Raptirade um die Ohren hauen.
Lustig, trifft den Ton, groovt

https://www.youtube.com/watch?v=YPFBFCQk-Wg

Killing in the name of - Rage Against The Machine (Nu-Metal)
Wenn die ersten Gitarrensaiten schrammen, weiß man schon genau, um welches Lied es sich handelt. Kein Wunder, denn RAtM hat schon lange Weltstatus, ihr Killing in the name of ist das bekannteste Lied der Band. Was einst gegen das Establishment gerichtet war und zur Revolution aufrief, lässt sich heute aber auch gut zum Wut aus dem Bauch schreien verwenden. Also: Boxen aufdrehen und ab geht's!
Laut, aggressiv, kultig

https://www.youtube.com/watch?v=bWXazVhlyxQ

Fickt-euch-Allee - Großstadtgeflüster (Pop/Reggae)
Frech waren Großstadtgeflüster schon immer. Kreativ auch. Da wurde schon über weiße Kaninchen geträllert und blaue Wunder thematisiert. Bei Fickt-euch-Allee setzt die Band ein klares Statement: Ich bin raus. Macht euren Spießer-Scheiß doch alleine. Und mal ganz nebenbei: Was für ein schönes Wortspiel!
Direkt, entspannt, clever

https://www.youtube.com/watch?v=kPMRkQK2szI

Kill the director - The Wombats (Indierock)
Stellt euch  mal vor, euch geht alles auf den Keks: Die Arbeit/das Studium, der Weg nach Hause, eure Freundin/eurer Freund und die Freunde lassen einen auch hängen. Und dann, als HIghlight des Tages, läuft im Fernsehen eine dämliche Rom-Com. Ohne Sinn, mit unlogischem, vorhersehbaren Happy End. Näh! Wer sich darüber tierisch aufregen kann und Verständnis sucht: Tadaa! Bei den Wombats wird er fündig. Drei Minuten und ein paar Zerquetschte möchte Sänger Matthew Murphy einen Rom-Com-Regisseur ermorden. Da kann man Dampf ablassen... 
Rockig, Mitsing-Garantie, witzig

https://www.youtube.com/watch?v=pVssCPuEzbM

Ain't too cool - Lunchmoney Lewis (Pop)
In der Vorstellung ist das eigentlich ganz cool: Sich mal richtig zum Affen machen, während man tanzt und alle finden das am Ende super, obwohl man sich erst geschämt hat. Dummerweise geht das gerne mal schief und am Ende blamiert man sich doch. Lunchmoney Lewis hat da eine schöne Philosophie entwickelt: Egal, besser ich tanze scheiße als gar nicht. Und wen das stört, der soll weggucken! Genau, mehr davon, auch gerne in anderen Situationen, in denen Menschen echt nerven!
Lässig, fordert zum tanzen, schöne Message

https://www.youtube.com/watch?v=0AXjBGVdj6s

Mein Plädoyer für mehr... Serien!

Dieses Gefühl... Nach einem langen Arbeitstag nach Hause zu kommen, die Schuhe abzustreifen, von der engen, unbequemen Jeans in die Jogginghose schlüpfen, auf die Couch zu fallen und Netflix zu starten. Es gibt wenige Worte, die diese Wohltat beschreiben können. Manche finden das langweilig, eintönig, anspruchslos und bequem. Ich nenne das Ritual, Entspannung, Wohlfühlen.

Christoph Konitzer  / pixelio.de

Seit ich die Serienkultur vor ein paar Jahren für mich entdeckt habe, ist mein Interesse an vielen Filmen auch gravierend gesunken. Denn die Erfahrung zeigt: Filme müssen oberflächlich bleiben, um den gesamten Inhalt in 90, maximal aber 120 Minuten zu vermitteln. Würde man dieselbe Geschichte auf eine Serie ausdehnen, ginge viel mehr Tiefe.

Das merkt man auch immer wieder, und zwar in allen Genres. Horror zum Beispiel. Ist ein Horrorfilm oft nach denselben Kriterien aufgebaut (Opferfiguren, meistens eine Gruppe Teenager, verläuft sich irgendwo oder ist neugierig und wird so mit dem Übermonster konfrontiert, wobei am Ende immer nur einer überlebt). In Horrorserien ist da allerdings viel mehr Potential vorhanden. Da kann eine Atmosphäre aufgebaut werden, es kann mit mehreren Figuren gespielt werden, mit mehreren Bedrohungen. Die Möglichkeiten wachsen, alleine durch die größere Zeitspanne.

Noch gravierender ist das bei Liebesfilmen, denn hier ist es wirklich (fast) immer dasselbe. Frau trifft Mann, viele widrige Umstände, am Ende finden sie sich trotzdem. In Serien lässt sich da auch viel mehr in die Abgründe schauen. Warum kriegen sie sich nicht? Was passiert in der Zwischenzeit? Große Themen werden angesprochen, wie die Frage, ob es die wahre Liebe überhaupt gibt, was nach der ersten Verliebtheit passiert oder ob Monogamie ein geeignetes Konzept ist. Inhalte, die jeden Filmrahmen vermutlich sprengen würden.

Das einzige Genre, das als Film wirklich gut funktioniert, ist der Thriller. Mörderjagden machen manchmal auch in 90 Minuten Sinn, wenn sie bedacht vorgehen. Thrillerserien haben natürlich auch ihren Charme, die Jagd auf den Mörder kann so zu viel mehr Irrungen und Wirrungen führen.

Doch Serien haben noch mehr Vorteile. Zum einen die Neugierde. Man hat einen Grund, dran zu bleiben, schließlich will man wissen, wie es weiter geht. Und weil Serien mit ihren durchschnittlichen 40 Minuten deutlich kürzer sind als Filme, geht das auch mal zwischendurch. Hat man Zeit, am Wochenende zum Beispiel, gehen natürlich auch mal drei oder vier Folgen am Stück. Außerdem baut man irgendwie eine Beziehung zu den Charakteren auf. Früher oder später hat man das Gefühl, die Protagonisten zu kennen. Die Chance, sich zu identifizieren, ist durch den langen Zeitraum und die genauere Darstellung viel höher. In der Publizistik spricht man vom Phänomen der parasozialen Beziehungen, also einseitige Beziehungen zu einem TV-Charakter. Das fängt damit an, dass man den Fernseher laufen lässt, um sich nicht alleine zu fühlen und hört damit auf, dass man emotional völlig mitfiebert, wenn Ted die Mutter seiner Kinder sucht.

Aus all diesen Gründen ist Serien gucken, manchmal auch Binge-Watching, eine super Möglichkeit, runter zu kommen und in diese andere Welt abzutauchen, wenn auch nur kurz. Besonders, wenn es in meiner Welt mal wieder stressig ist. Je nachdem wie lange ich eine Serie gucke, übernehme ich sogar die Eigenschaften meiner Lieblingscharaktere. Nach Sherlock klugscheiße ich gerne mal ein bisschen herum. Nach The Big Bang Theory fühle ich mich wie ein Blondchen, das keine Ahnung von der Welt hat. Und nach 30 Rock kann man nicht mit mir reden, weil sämtliche Antworten, die ich gebe, an einem gewissen Wahnsinn grenzen (danke, Tina Fey...). Ich fühle und lebe irgendwie mit.

Falls ihr auch noch Serien sucht, in dir ihr mal richtig abtauchen könnt, hab ich euch auf meinem Blog drei Listen zusammen gestellt. Viel Spaß beim Stöbern - und beim Binge-Watching ;-)

http://inthemiddleoftwenty.blogspot.de/2016/01/serienspecial-teil-1-wohlfuhlserien.html

http://inthemiddleoftwenty.blogspot.de/2016/01/seriencheck-teil-2-sitcoms.html

http://inthemiddleoftwenty.blogspot.de/2016/02/serienspecial-teil-3-horror-serien.html

Freitag, 15. Juli 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... den Alkoholkonsum!

Kein Alkohol ist auch keine Lösung?!

Wenn ich den Spruch höre oder lese, habe ich automatisch klischeehafte Bilder im Kopf. Von alternden Rockstars, die sich ihre Leber weggesoffen haben, von pöbelnden Männergruppen mit Bier auf dem Bahnhofsvorplatz und von kotzenden Teenagern. Und jedes Mal möchte ich mir sagen: So ein Quatsch, kein Alkohol würde manchmal gut tun. Vor allem, wenn ich selbst mal wieder eine Nacht durchgefeiert habe und am nächsten Tag mit Kater im Bett vor mich hinsieche.

Aber auf der anderen Seite, und das ist natürlich die andere Seite der Medaille, sind durch Alkohol schon so manch lustige Geschichten entstanden. Und in manchen Situationen hat ein Glas Wein auch durchaus gut getan. Beispielsweise in verkrampften Kennenlern-Runden, wenn es darum geht, die Zungen der Leute ein wenig zu lockern. Redet ja keiner davon, eine ganze Flasche Vodka zu trinken. Manchmal reichen auch zwei Gläser Sekt. Apropos: Gerade der ist an feierlichen Anlässen fast nicht mehr wegzudenken. Zum Anstoßen gehört er einfach dazu.

hochzeitsfotograf  / pixelio.de 

Ein bisschen kritischer wird es, wenn es ans Vorglühen geht. Da gibt es einfach zu viele Vorurteile. Ich musste mir selbst von meinem Bruder, inzwischen Mittdreißiger, anhören, dass man so was ja nicht macht, sich sinnlos Alkohol in den Kopf zu schütten. Nur ist das wieder ein Assoziation, die bei vielen auftaucht, wenn es um das Wort Vorglühen geht. Nicht jedes Grüppchen, das sich zum Feiern verabredet, schießt sich vom Planeten. Meistens geht es da eher um die Geselligkeit und das Einstimmen auf den Abend. Dass man dabei Longdrinks oder Cocktails trinkt, ist meistens eher Nebensache. Man könnte es eigentlich fast schon Einstimmen statt Vorglühen nennen.

Natürlich möchte ich nicht leugnen, dass ich es auch schon mal geschafft habe, den Abend über der Toilettenschüssel zu beenden. Es lässt sich aber an einer Hand abzählen. Und, das habe ich dabei gelernt, das ist auch wichtig, denn nur so lernt man seine Grenzen kennen und weiß für die Zukunft: Bis hierhin und nicht weiter.

Was mich am Thema Alkoholkonsum aber stört, ist das Verhalten mancher Leute, sobald sie etwas getrunken habe. Da wird laut rumgepöbelt, Benehmen ist ohnehin passé und wenn man komisch guckt, bekommt man sogar Prügel angedroht. Sogar als Frau. Die Hemmschwelle der Leute sinkt eben und manchmal kommen Gefühle hoch. Im schlechtesten Falle ist das Wut.

Umgekehrt finde ich es aber unheimlich lustig, wenn Menschen anderweitig hemmungslos werden. Betrunken auf dem Tisch tanzen, am Stück Witze reißen oder sich peinlich benehmen. Gibt definitiv Schlimmeres. Und ich bewundere Menschen, die sich immer im Griff haben, komme was wolle, und sich nicht verändern. Ich hab es immer an mir - und ja, das ist mir auch ziemlich peinlich, wird von den meisten aber eher liebevoll belächelt - dass ich sehr herzlich werde. Ich würde dann am liebsten jeden umarmen, mache Komplimente ohne Ende und habe jeden um mich herum furchtbar gerne. Auch wenn ich der Person nüchtern eher nicht begegnen möchte.

Deshalb ist es unheimlich wichtig, seine Grenzen zu kennen und zu merken: Zu viel Alkohol macht krank und sollte für Spaß auch nicht notwendig sein. Aber gelegentlich ein Glas Wein oder eine Flasche Bier schadet auch nicht. Prost!