Dienstag, 28. Juni 2016

Mein Plädoyer für... mehr Joggen!

Draußen regnet es, im Fernsehen läuft eine super Serie und die Kaffeemaschine ist auch schnell angemacht. Klingt nach einem perfekten Sonntagnachmittag. Wäre da nicht mein Handy, auf dessen Display die Runtastic-Mitteilung leuchtet: Komm schon, Mia, zieh deine Sportklamotten an und los geht's! Unweigerlich schleicht sich das schlechte Gewissen an, überrennt mich - und schon trabe ich durch den Regen. 

Was erstmal ziemlich traurig und unmotivierend klingt, ist aber eigentlich das Gegenteil. Denn nach dem Training geht es mir super. Ich brauche keinen Kaffee mehr, denn ich bin wach. Die Dusche wärmt mich auf und die Serie kann ich auf Netflix natürlich auch nachholen. Alles kein Grund zu Jammern. Außerdem ist faulenzen nach dem Sport viel genießenswerter. Man hat ja vorher etwas geschafft! 
Umso ärgerlicher ist, dass man sich immer wieder selbst vom Sport, in dem Fall Joggen, abhält. Ist ja mit Aufwand verbunden. Ist anstrengend. Ist ungemütlich. Sofort fallen einem zehntausend Dinge ein, die man lieber tun würde. 

Grundsätzlich ist das natürlich richtig. Sport kostet Zeit, fordert Einsatz und braucht somit ein wenig Überwindung. Aber es lohnt sich eben auch. Gerade Joggen. Denn wie für Vögel das Fliegen ist das mit dem Laufen bei Menschen. Das ist uns als Fortbewegungsart angeboren. Autos und Fahrräder sind lediglich Hilfsmittel, die irgendwann erfunden wurden. Aber gelaufen sind schon die Neandertaler und deren Vorfahren. Es ist nun mal das Alleinstellungsmerkmal der Menschen (neben ein bisschen mehr Grips). Umso erstaunlicher ist, dass die meisten Menschen kaum noch in der Lage wären, über eine weitere Strecke zu laufen. Klar, braucht man nicht mehr zwingend, es gibt ja auch keine Säbelzahntiger mehr. Trotzdem, im Fall der Fälle, wäre das hilfreich. Mal ganz davon abgesehen, ist fit sein ein tolles Gefühl! Und fit wird man durch Ausdauertraining, am besten tatsächlich Joggen. So einfach, so logisch. 

Außerdem hat Joggen noch ein paar andere Vorteile, die man gern außer Acht lässt:
Wer joggt, erzielt schnell Fortschritte. Hält man sich an seinen Trainingsplan, wird man wirklich von Mal zu Mal besser. Man kann sich wunderbar Ziele setzen und muss nicht ewig geduldig sein, um sie zu erreichen. Das spornt an!
Wer joggt, lernt seine Umgebung besser kennen. Schließlich läuft man gerne andere Wege, kommt so an Ecken vorbei, die er vorher gar nicht kannte und verbessert seine Orientierung. Außerdem hab ich so einen ganz tollen Park in meinem Stadtteil entdeckt, den ich sonst nie gesehen hätte!
Wer joggt, kommt raus. An die frische, wunderbare Luft, was zusätzlich Endorphine und Serotonin freischaltet.
Wer joggt, nimmt ab. Denn Cardio ist das beste Training, um Gewicht zu reduzieren.
Wer joggt, baut Stress ab. Nichts entspannt so effektiv, wie Training. Man bekommt den Kopf frei und baut Adrenalin ab sowie Endorphine auf. 
Wer joggt, findet die innere Balance. Man ist nicht mehr hibbelig oder müde, sondern findet durch das Laufen neue Energie und oft auch spannende Ideen!

Hat also doch ein paar Vorteile, das dauerlaufen. Fehlt nur noch die richtige Methode. 
Hier ein paar Tipps: 

1. Lauft regelmäßig, mindestens 2x pro Woche. Sonst stellt sich kein Fortschritt ein und ihr werdet jeden Lauf so anstrengend wie euren Ersten empfinden.
2. Esst vorher möglichst wenig und trinkt viel. Das verhindert Seitenstechen. 
3. Sucht euch verschiedene Strecken aus. Euer Körper wird dieselbe Strecke mit derselben Leistung verknüpfen, wodurch ihr auch nicht wirklich besser werdet. Probiert euch lieber an unterschiedlichen Wegen aus, dann wird es auch nicht so schnell langweilig!
4. Macht euch einen Trainingsplan. Die wenigsten können von Anfang an lange am Stück durchlaufen. Und sich zwingen zu laufen, bis die Luft weg bleibt, ist echt nicht gesund. Besser einen Plan machen und sich dann von Mal zu Mal steigern. Ihr werdet merken, es funktioniert und verspricht mehr Erfolgserlebnisse als frustriert zusammen zu brechen.
5. Hört auf euren Körper. Wenn etwas weh tut oder ihr nur noch hechelnd weiter kommt, macht lieber eine Pause. Mit Schmerzen am besten gar nicht laufen!
6. Investiert in gute Laufschuhe! Das beugt Verletzungen vor und sorgt für ein komfortables Laufgefühl.

Wer mehr Infos will oder sich ein bisschen tiefer in die Materie rein lesen, dem empfehle ich folgende Homepage: www.getreadytorun.de

Mittwoch, 22. Juni 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... den Sommer!

Immer, wenn es draußen klirrend kalt ist, man mit Anorak das Haus verlassen muss und einem vor trockener Luft die Decke auf den Kopf fällt, wünsch ich mir den Sommer. Mit all seinen grandiosen Dingen, die einem natürlich nur in den Sinn kommen, wenn man ihn gerade nicht greifbar hat.

Die warme Luft auf der Haut, das kühle Eis in allen Varianten auf der Zunge, das erfrischend kühle Schwimmbadwasser, nur um mal ein paar Sachen zu nennen. Man wünscht sich eben die schönen Erinnerungen, die man noch im Kopf hat.

Auch Pohlmann hat das in seinem Song treffend auf den Punkt gebracht: Wenn jetzt Sommer wär...

Aber jedes Mal, wenn der Sommer dann da ist - und ich meine nicht, den seichten Frühsommer mit seinen sanften 20 bis 25 Grad, sondern die bulligen 35 Grad, die sich gern mal eine Weile halten - ist die Realität auf einmal wieder da. Man kann nachts nicht schlafen, weil es, egal wie, zu heiß ist. Tagsüber ist an Bewegung nicht zu denken, weil man selbst beim Atmen ins Schwitzen kommt. Das Schwimmbad ist immer so voll, dass man wie ein Hering im Zuchtwasser umher zappelt und schwimmen nicht wirklich funktioniert. Autofahrten sind unerträglich, weil Autos Hitze ziehen und Grillplätze sind massig voll. Außerdem gibt es noch den Sonnenbrand und den Hitzschlag. Alles, was einem als spaßig im Kopf war, ist eben in der Realität nur halb so toll.

birgitH  / pixelio.de

Trotzdem ist nichts schöner, als die ersten warmen Temperaturen zu spüren und luftige Klamotten zu tragen. Und ich merke auch jedes Mal, egal, wie sehr mich der Sommer auch nervt, dass ich typisch deutsch nörgle, also genau das haben will, was ich gerade nicht haben kann. Was natürlich keine bewundernswerte Eigenschaft ist.

Weil mich das nervt, habe ich einfach mal den Fokus geändert: Ich konzentriere mich auf die sommerlichen Eigenschaften, die einem eben nicht sofort einfallen. Open-Air-Kinos. Warme Abende auf dem Balkon mit Wein. Partys unter freiem Himmel. Im Meer plantschen. Durch den Wassersprenkler hüpfen. Picknick im Park. Und wenn gerade kein Pool zur Verfügung steht: ein eiskaltes Fußbad im Wohnzimmer.

So weiß man wenigstens auch die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Trotz all der schwitzigen Nachteile und des Nörgelns.

Montag, 13. Juni 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... die Politisierung der EM!

Manchmal denke ich gerne an Afrika und Brasilien zurück. Nein, ich spreche nicht von tollen Urlaubserlebnissen, sondern den Fußballweltmeisterschaften 2010 und 2014. Da war die WM noch ein Familienevent. Es ging um Spaß am Sport, um gemeinschaftliches Mitfiebern und das Rudelgucken wurde regelrecht zelebriert. Die Stimmung war insgesamt friedlich und überall auf der Welt herrschte ein Gemeinschaftsgefühl, das bei anderen Events gar nichts erst aufkommt. Da wurde noch über jedes Tor gejubelt, statt den Fans der Gegnermannschaft eins überzuziehen. 

Klar, ich sollte das nicht nur schön reden, denn auch die WMs damals waren politisch. Einerseits politisch korrekt, weil die Hautfarbe oder die Herkunft der Spieler keine Rolle gespielt hat und die Gemeinschaft wichtiger war. Andererseits politisch inkorrekt, weil die Armut der Gastgeberländer völlig zugunsten des Spaß ignoriert wurde.

Aber das hat sich inzwischen alles geändert. Deutschland und Europa hat Probleme, die teilweise durch die EM ignoriert werden oder sogar erst zu Tage befördert. Mal etwas konkreter:

Dass rechtes Denken und Rassismus in die Köpfe einiger Bürger einzogen sind, ist nichts Neues. Nur wirkt sich das erstmals gravierend auf eine solche Meisterschaft aus. Man siehe Gauland und sein saublöder Kommentar, der dazu führt, dass Jérome Boateng seine Familie nicht im Stadion sehen möchte. Um sie zu schützen. Man siehe Menschen, die voller Stolz ihre Deutschlandfahne aus dem Fenster hängen - nicht aus Patriotismus, sondern weil sie ihren Nationalismus jetzt zelebrieren dürfen. Und man siehe Diskussionen, wie deutsch man sein muss, um überhaupt in der Nationalelf spielen zu können. Krank. 

Ein weiteres Problem, das sich schon seit den Anschlägen in Paris auftut, ist der Terrorismus. Frankreich hat gerad ein letzter Zeit viel einstecken müssen, die EM ist ein besonders gefährdetes Event. Da ist es nur verständlich, wenn man mit einem mulmigen Gefühl ins Stadion geht oder zusammen zuckt, wenn ein ganz normaler Böller im Stadion hoch geht und man sich unweigerlich an das Deutschland-Frankreich-Spiel erinnert, nach dem 120 Menschen ums Leben kamen. Die Angst hat Einzug gefunden und das nimmt auch einen Teil der Euphorie. Unweigerlich, auch wenn das schade ist und man mit aller Macht dagegen angehen sollte. 
Sirius Black  / pixelio.de 

Nicht zu letzt nach dem vergangenen Wochenende tut sich ein weiteres Problem auf: Hooligans. Menschen, die sich so in ihre Fankultur hineinsteigern, dass sie andere Menschen krankenhausreif schlagen, nur weil sie für die gegnerische Mannschaft jubeln. Die noch mehr Angst verbreiten und ganze Städte einnehmen. Das versaut den Spielspaß. Es wäre ein ganz schönes Armutszeugnis, wenn als Konsequenz England- und Russlandspiele zu Geisterspielen oder sogar beide Mannschaften disqualifiziert werden. 

All das, muss ich ehrlich sagen, mindert die Euphorie, die die vorangegangenen Meisterschaften noch verbreitet haben. Da ist immer dieser bittere Beigeschmack im Hinterkopf. 

Naja, wollen wir mal hoffen, dass sich die Probleme ein wenig eindämmen und nicht noch mehr politisiert wird, wo einfach gespielt werden soll. Lang lebe der Fußball!

Freitag, 10. Juni 2016

Die besten Songs... wenn alles einfach mal gut ist!

Es gibt Zeiten, in denen kann und möchte man sich über nichts beschweren. Weil einfach alles in Ordnung ist. Nicht überragend, aber auch überhaupt nicht schlecht. Man könnte auch sagen: Es ist Zufriedenheit. Genau diese Phasen im Leben, die viel zu selten sind, haben einige Künstler in Musik gefasst. Ich hab euch hier mal die besten Songs zusammen gestellt.

Andreas Hermsdorf  / pixelio.de 
Always like this – Bombay Circle Club (Indie-Rock)
Wenn alles reibungslos läuft, ist man entspannt. Das haben die Jungs vom Bombay Circle Club verstanden, denn ihr Song Always like this fasst dieses Gefühl wunderbar auf: das Lied plätschert ein wenig vor sich hin, ohne große Höhepunkte. Was langweilig klingt, ist aber manchmal viel besser als Drama oder Euphorie. Es macht zufrieden.
Unaufgeregt, entspannt, groovig


https://www.youtube.com/watch?v=Sdte4c2rXUg

Ganz schön okay – Casper feat. Kraftclub (Pop-Rap)
Ganz schön melancholisch mit seinem Ganz schön okay, der liebe Casper. Und das, obwohl er von den guten Zeiten spricht. Aber wenn man mal darüber nachdenkt, liegt er gar nicht mal so falsch mit seiner Stimmung. Denn die guten Zeiten halten oft nicht lange an, man muss sie wirklich genießen. Mit diesem Lied wird einem mal wieder klar, wie wichtig das ist.
Melancholisch, auffordernd, Mitsing-Garantie

https://www.youtube.com/watch?v=0MeNA09l_Jw

The English Summer – The Wombats (Rock)
Die Wombats sind da ein bisschen euphorischer. Sie beschreiben einen grandiosen Sommer voller Liebe und toller Momente. Das geht ordentlich ab. Da bekommt man richtig Lust, raus zu gehen und den Sommer selbst voller solcher schöner Momente zu packen.
Fröhlich, rockig, Tanzaufforderung

https://www.youtube.com/watch?v=Rhg2sS10SXA

So wie du bist – Motrip feat. Larry (Rap)
Bei Motrips Song geht es weniger um den schönen Moment, sondern um die Persönlichkeit. Denn es gibt viel zu viele Menschen, die einen ändern wollen, obwohl man sich selbst eigentlich mag. Motrips Botschaft ist da eindeutig: Lass die anderen sich verändern und bleib so wie du bist.
Nachdenklich, schöne Botschaft, aufmunternd

https://www.youtube.com/watch?v=tC76tIp0kBk

Save tonight – Eagle-Eye Cherry (Pop)
Manchmal sind die schönen Momente zu kurz, aber man kann es nicht ändern. Die Band Eagle-Eye Cherry hat dieses Gefühl in ihrem Song Save tonight verarbeitet, allerdings ohne dabei verbittert oder deprimiert zu klingen. Stattdessen merkt man während des Hörens, dass diese eine Nacht viel wertvoller ist als deren Konsequenzen. Das geht ans Herz, macht aber trotzdem Mut.
Tröstend, melancholisch, Mitsing-Garantie

https://www.youtube.com/watch?v=zHxnm1-gVS4

Viel Spaß beim zufrieden sein! :-)

Donnerstag, 9. Juni 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... den Genderwahn!

Wir schreiben das Jahr 2016 und das ist gut so. Ich könnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, sehr viel früher geboren zu werden. Nicht in den 1950ern nach dem 2. Weltkrieg und erst Recht nicht davor. Der Grund: Die Behandlung der Frau. Emanzipation nahm nach den 50er-Jahren erst ihren Lauf und ein Leben ohne Emanzipation und Gleichberechtigung muss, entschuldigt die Formulierung, scheiße sein.

2016 also. Oberflächlich haben Frauen die gleichen Rechte wie Männer. Wir dürfen tun und lassen, was Männer auch tun und lassen. Wir können mit entsprechenden Ambitionen arbeiten, was wir wollen, und unser Liebesleben ist auch gesellschaftsfähig geworden. Theoretisch. Denn wenn man ein bisschen genauer hinschaut, ist manches davon eben nur teilweise wahr.

Man denke beispielsweise an die Bezahlung. Zu viele Frauen erhalten für dieselbe Arbeit, die ihre männlichen Kollegen leisten, ein geringeres Gehalt. Chefposten werden nach wie vor so oft männlich besetzt, dass eine Frauenquote eingeführt werden musste. Frauenprodukte sind oft identisch produziert, jedoch um einiges teurer. Und wenn sich eine Frau durch die Welt vögelt, wird sie mit großer Sicherheit als billig oder Schlampe tituliert. Emanzipation ja, aber mit Grenzen, könnte man sagen. Deshalb ist es enorm wichtig, dass es Feministinnen gibt, Menschen, die für Frauenrechte kämpfen und dafür sorgen, dass in Zukunft tatsächlich Gleichberechtigung herrscht.

Paul-Georg Meister  / pixelio.de 

Aber diese Bewegung hat auch ein Manko: Man kann es, wie mit allem, übertreiben. Bewusst geworden ist mir das in der Uni, wo eine Dozentin gravierend wert darauf legt, männliche Subjektive anzupassen. In der Hausarbeit muss also stehen: Professor*in. Studierende oder alternativ StudentIn. Hausmeister/in. Egal, wie dämlich das manchmal klingt. Macht man das nicht, gibt es Notenabzug.

US-Sängerin Alicia Keys ruft die NoMake-Revolution aus. Frauen sollen einfach aufhören, Make-up zu tragen. Sie sind ja alle auch ohne schön. Klar! Stimmt! Nur was ist mit Frauen, die Schminke tragen, weil sie ihre Vorzüge betonen wollen? Die wissen, dass sie keins bräuchten, es aber wollen. Verständlich ist Keys Einstellung lediglich bei Frauen, die Make-up brauchen, weil sie sich sonst hässlich fühlen. Das ist nur längt nicht immer der Fall!
Denn: Ist es wirklich emanzipatorisch, wenn man sich komplett der Mannheit anpasst? Hat es nicht auch Vorteile, eine Frau zu sein? Beziehungsweise - ist es nicht sogar schade, wenn die Geschlechtereigenheiten völlig verloren gehen?

Aber das geht noch zu toppen. Es kam nämlich auch die Forderung zu einer geschlechtsneutralen Erziehung auf. Was erst einmal in Ordnung klingt, (denn, mal ehrlich, pink für Mädchen und blau für Jungs ist doch bescheuert) bedeutet, dass Kinder ohne Bewusstsein über ihr biologisches Geschlecht aufwachsen. Praktisch geschlechtsneutral. So solle weniger in Geschlechterrollen gedrängt werden. Nur könnte das doch zu viel mehr Problemen führen. Denn wenn ein Kind sich nicht genau zuordnen kann, wird es unter Umständen viel mehr Identitätszweifel entwickeln. Auf der anderen Seite kommt das natürlich auch transidenten Kindern zugute, die sich frei entwickeln können. Aber unnötig Kinder verunsichern, die ohnehin mit Identitätszweifeln zu kämpfen haben werden, ist Unsinn! Man kann eben mit allem übertreiben.

Mein Fazit zu dem Thema: Feminismus und natürlich generelle Gleichstellung beider Geschlechter ist sinnvoll und nötig. Aber so zu emanzipieren, dass sich die Männer am Ende benachteiligt fühlen oder alles zu gleichgestellt ist, ist Wahnsinn. Gender-Wahnsinn eben.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Städtecheck: Darmstadt!

Mitten in Hessen, mitten in Deutschland: Darmstadt. So weit, so trostlos. Ich hab mir mal angeschaut, was Darmstadt wirklich zu bieten hat - und was es ausmacht.

Hörensagen: Das einzige, was ich wirklich über Darmstadt gehört habe, ist der Klassiker unter den Verbalausfällen: In Darmstadt findet der Verkehr im Darm statt. Ansonsten war diese Stadt für mich ein unbeschriebenes Blatt.

Der 1. Eindruck: Bahnhofsvorplatz
1. Eindruck: Kommt man mit dem Zug, ist der erste Eindruck am Bahnhof etwas trostlos. Man sieht ein Kino und viele Bushaltestellen. Aber kaum fährt man in die Stadt, wird einem klar: Hier ist alles durchmischt. Von edlem Restaurant bis Dönerbude, von abgelegenen Vierteln bis Fußgängerzone. Alles liegt nah beieinander. Das ist spannend.

2. Eindruck: Eine sehr grüne Stadt mit viel Altbaucharme, je nach Viertel. Außerdem sehr gemischt. Man bekommt nicht den Eindruck, das Viertel zu wechseln, sondern befindet sich in einem sehr großen, bunten Viertel, wo man eben alles findet. Viel Schönes, aber auch das ein oder andere echt hässliche Gebäude. Und Darmstadt hat Humor: Selbstironisch gab es mal die Zeitschrift Darmspiegel.

Cafés und Bars: Da ist einmal das Café Chaos in der Nähe des Jugendstilbads. Dort kann man ganztägig frühstücken und sie haben einen tollen Mittagstisch. Ein bisschen feiner geht es im Teekontor friesische Freiheit zu, hier gibt es leckere Scones. Für schnieke Drinks schaut im Wellnitz an der Technischen Universität vorbei. Etwas rustikaler geht es im Lowbrow zu: Gemütlich, rockig, rustikal.

Der Herrngarten
Mein Insider-Super-Geheim-Ess-und-Trink-Tipp: Klein aber fein: Der Hobbit. Dort gibt es Pizzen, benannt nach den Herr-der-Ringe-Figuren. Und das Laternche. Ein Liter Apfelwein im Maßkrug mit Fruchtschnaps. Fein, aber mordsviel. Einer reicht dicke für einen Abend!

Grünes: Wo soll ich hier anfangen... Darmstadt ist verdammt grün. Alleine der Herrngarten in der Nähe des zentralen Luisenplatzes ist riesig und bietet viel Parkanlage. Aber der Prinz-Emil-Garten ist auch nicht zu verachten, ähnlich wie der Woog, ein großer Badesee mitten in der Stadt.

Die Krone
Feierei: Zuallererst einmal die Krone am Marktplatz. Hier ist in verschiedensten Räumen verschiedenstes, aber meistens Rock (und zwar guter!). Außerdem gibt es Mangoschnaps und
Mexikaner, die man mal probiert haben sollte. Dann ist da der Schlosskeller, der tatsächlich im Schloss ist. Hier sind verschiedene Mottos am Start: Von 80er bis Gay Parties ist abwechselnd echt alles vertreten. Optisch ist der Schlosskeller auch ganz cool, denn man feiert im Gewölbe. Wer es ein bisschen mehr Mainstream mag, sollte mal ins Nova schauen. Hier gibt es klassisch HipHop-, Elektro- und Studentenpartys.

Shoppen: Im Grünen Salon gibt es viel Mädchenkram. Den findet ihr in der Robert-Schneider-Straße. Stöbern kann man gut im Kaufhaus der Gelegenheiten in der Kirschenallee. Klassisch shoppen könnt ihr aber auch, rund um den Luisenplatz.





Der Lui auf dem Luisenplatz
Must-See: Zu den Darmstädter Sehenswürdigkeiten gehört der Hochzeitsturm, das Hundertwasserhaus (die Waldspirale), die Orangerie (ein ehemaliges Gewächshaus) und einmal im Monat kann man auch auf den Lui, die Säule auf dem Luisenplatz. Hier hat man eine tolle Aussicht vom Zentrum aus.

Das Darmstadtium, Teil der TU










Studieren/Arbeiten: Die Technische Universität hat einen super Ruf, vor allem für (wer hätte es geahnt) technische Studiengänge. Außerdem liegt die TU zentral mitten in der Stadt,, sodass Fahrtzeiten wegfallen und man alles gut erreicht. Arbeitsplätze sollten sich auch gut finden lassen, wobei Darmstadt nicht mehr zum Rhein-Main-Ballungsgebiet gehört, dafür aber mitten in Hessen ist, sodass die Anbindung nach außerhalb kein Problem darstellt.

Wohnen: Die Mieten sind, das ist der Vorteil, günstiger als im Rhein-Main-Ballungsgebiet. Und das obwohl Darmstadt eine Studentenstadt ist. Durch die bunte Mischung lässt es sich fast überall gut wohnen. Allerdings fehlt Darmstadt ein Fluss, darüber könnte man sich beschweren. Der Altbaucharme gleicht das aber wieder aus.

Der Marktplatz
Öffis: Oft verwirrend. Gerade am Bahnhof oder am Luisenplatz muss man sich die richtige Haltestelle erst einmal suchen. Aber insgesamt ist die Anbindung super und die Kosten sind auch überschaubar.

Fazit: Darmstadt ist gemütlich und ziemlich durchgemischt. Das macht das Erkunden spannend. Die Leute sind auch cool und offen und an Locations mangelt es bei Weitem nicht. Das einzige, was einem dort wirklich fehlen könnte, ist der Fluss. Aber hey, es gibt mitten in der Stadt einen Badesee, wenn das mal nicht cool ist!

Teil des Herrngarten

Vielen Dank an meine Insider und Supporter: Jenny und Flo, Oli und Tom!