Montag, 25. April 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... das Sport-Paradoxon!

Manchmal habe ich das Gefühl, mein Körper veräppelt mich. Ich möchte etwas, aber mein Körper streikt. Drastischer ausgedrückt: Mein Körper verhält sich dann, als befinde er sich im Selbstzerstörungsmodus und trägt dabei noch ein Lächeln im Gesicht.

Um zu zeigen, was ich meine, hier ein möglicher Dialog: 
Ich: "Körper, ich würde jetzt gerne etwas Sport machen."
Körper: "Oh, nee, lass mal, muss nicht sein."
Ich: "Aber dann gibt es heute wenigstens nur einen Salat zu essen."
Körper: "Igitt! Was soll das denn?"
Ich: "Schon wieder Pizza?"
Körper (mit glänzenden Augen): "Au ja, bitte!"

Das Schlimme daran: Der Wille ist theoretisch da. Nur dass der Körper sich eben weigert. 

Evolutionstechnisch ist das auch logisch. Vor vielen zehntausend Jahren mussten wir Menschen noch vor Säbelzahntigern weglaufen beziehungsweise Hirschen in der Wildnis eins über die Rübe hauen, um genug Nahrung zu haben. Da war Salat gleichbedeutend mit: gibt sonst nix. Außerdem war der menschliche Körper da noch fit. Das musste er ja sein, sonst überlebte er nicht lange.

Heute gibt es keine natürlichen Feinde mehr. Das Maximum, das an Rennen nötig wird, ist wenn man an der Haltestelle den Bus schon stehen sieht. Und der nächste erst in 30 Minuten kommt. Das Essen kommt auch im besten Fall vom Lieferanten an die Haustür, im schlechtesten geht man in den Supermarkt um die Ecke. Fliehen ist unnötig geworden, genauso wie Jagen. Nur dass der Körper das anscheinend nicht ganz verstanden hat und sich immer noch enorm zu freuen scheint, wenn er sich auf der Couch ausbreiten darf. Selbst, wenn das Normalzustand geworden ist.

Im Prinzip ist der Gedanke sogar verständlich: Warum etwas tun, was zum Überleben unnötig geworden ist? Wenn man auf der faulen Haut liegen kann und auch so den nächsten Tag erlebt?

Rein logisch gedacht gibt es dafür sicherlich viele Gründe: Fitness, die attraktiv macht und einem den Alltag erleichtert. Glückshormone, die für gute Laune sorgen. Einen geregelten Stoffwechsel. Und interessanterweise weiß der Körper das eigentlich auch. Jedes Mal, wenn ich Joggen gehe, fühle ich mich danach großartig. Energiegeladen, fit, motiviert, glücklich. Nur scheinbar gehen diese Gefühle schnell wieder verloren, denn vor dem nächsten Lauf ist die Hemmschwelle wieder verdammt weit oben.

Paulwip  / pixelio.de

Dabei gibt es sogar einige erheiternde Theorien.
Eine besagt, dass sich der Körper nach wenigen Wochen Sport an sein Pensum gewöhnt und es viel leichter fällt. Man will schließlich immer mehr Glückshormone, deshalb ist das Aufraffen nicht mehr allzu schwer. Manch einer soll ja tatsächlich süchtig nach Sport geworden sein... Tatsächlich kann ich sagen, dass die Theorie nur zur Hälfte wahr ist. Es ist definitiv so, dass der Körper nach wenigen Wochen Sport auch nach Sport verlangt. Aber eher unterbewusst. Wenn ich mal eine Woche lang nichts mache, werde ich hibbelig und nervös. Und ich schlafe schlechter. Meine Muskeln wollen eben bewegt werden. Trotzdem kostet es mich noch Überwindung, doch raus zu gehen. Der Punkt, an dem es wirklich kein Zurück mehr gibt, ist erst erreicht, wenn ich meine Sportklamotten trage. Dann wird auch Sport gemacht. So konsequent bin ich dann doch. Aber der Weg dahin ist manchmal mehr Kampf als Spaß. Es wird also nicht zwingend leichter, raus zu gehen, sondern viel mehr notwendiger.

Eine weitere Theorie besagt, dass Muskeln, die mal trainiert waren, diesen Erfolg in sich bewahren und somit auch nach einer Trainingspause schnell wieder beim vorherigen Level angekommen sind. Natürlich nur, wenn man vorher sportlich war. Vier Wochen Joggen, vier Wochen Pause und dann wieder anfangen bringt den Erfolg natürlich nicht zurück. Aber wer mal einen Marathon gelaufen ist, der wird auch nach einem Jahr des wenig Laufens noch merken, dass die Kondition nicht ganz verschwunden ist. Und Läuferwaden wird man ja gefühlt eh nie los.

Wem das noch nicht genug Ansporn ist, der sollte sich eine Gründe-für-Liste machen. Drei bis vier plausible Gründe, warum man diesen Sport, den man sich ausgesucht hat, machen will. Nicht sollte, sondern möchte. Denn eine gewisse Freiwilligkeit ist wichtig, sonst macht es ja gar keinen Spaß. Einen Sport, der Spaß macht, findet man sicherlich. Und letzten Endes gibt es immer gute Gründe, wenn man insgeheim wirklich will.

Falls das auch nicht klappt: Zwingt euch. Manchmal, in Ausnahmefällen, macht das doch Sinn.
Denn solche Dialoge, wie der, den ich euch oben fiktiv erdacht habe, sollte es besser nicht geben. Vor allem dann nicht, wenn der Körper mit seiner Pizzasucht zu gewinnen droht. Und wenn gar nichts mehr hilft, stellt euch einen Säbelzahntiger als Pappaufsteller ins Wohnzimmer. Vielleicht reagiert der Körper ja da drauf.

Freitag, 22. April 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... die Mühelosigkeit!

Es ist ein paar Wochen her, da saß ich im Büro, als die Tür aufgerissen wurde und eine Kollegin kreidebleich im Gesicht rein gestürmt kam. Meinen entgeisterten Blick erwiderte sie mit den panischen Worten: "Scheiße, ich hab verschlafen! Hab ich was verpasst?" So weit, so normal.
Nur dass diese Kollegin eben ganz und gar nicht verschlafen aussah. Ihr Make-up war perfekt: Nicht übertrieben, sondern natürlich, aber eben doch geschminkt. Ihre Haare saßen super, keine Strähne schaute in die falsche Richtung. Und auch ihr Outfit sah nicht aus, als hätte sie es sich wahllos aus dem Schrank gefischt. Sie sah einfach rundum perfekt aus. Entsprechend zerstört war mein Weltbild, denn wenn ich verschlafen habe und irgendwo zu spät auftauche, sieht man das: Notdürftige Frisur, fragliches Make-up (wenn überhaupt) und mit hoher Wahrscheinlichkeit das Outfit vom Vortag.

Männer kennen das Phänomen aber auch. Zum Beispiel wenn sie auf einer Party einen anderen Kerl vorgestellt bekommen, der richtig frisch und attraktiv aussieht, ohne überstylt zu wirken. Mit der perfekten Out-of-Bed-Frisur, die man an sich selbst nie hinbekommt. Und auf die Frage, wie er das macht, antwortet er mit einem Alles-easy-Grinsen: "Naja, ich bin einfach heute Morgen so aufgestanden." Da ist man doch erstmal rat- und sprachlos.

Automatisch kommen mir dann immer Fragen in den Sinn wie: Geht das überhaupt? Haben manche Menschen ein natürliches Talent für Makellosigkeit? Und wenn ja: Kann man das lernen?

JörgBrinckheger  / pixelio.de

Aber ich konnte mich selbst entwarnen: Meistens ist das alles nur Lug und Trug. Eine Freundin hat mir zum Beispiel erzählt, dass sie das gerne so macht: Sie stylt sich, bis alles sehr lässig aussieht und wenn sie dann zu spät kommt, gibt sie einen anderen Grund vor. Wie meine Kollegin. Denn Lässigkeit und Natürlichkeit sind inzwischen Trend. Keiner möchte mehr aussehen wie eine zugekleisterte Litfaßsäule, sondern menschlich. Normal. Und dabei möglichst schön. Als habe der metaphorische Gott einem diese natürliche Superoptik mit auf den Weg gegeben. Nur dass das bei den meisten von uns Normalen eben nicht so ist. Da muss mit Make-up oder bei Männern Gel im Haar nachgeholfen werden. Nur dass dieses Nachhelfen oft als Mühelosigkeit respektive Lässigkeit getarnt wird.

Es gibt aber noch ein weiteres Mühelosigkeits-Phänomen, das sich nicht ganz so leicht abtun lässt (und sich überwiegend bei Frauen findet): Die Frisur oder das Make-up wird einfach im Laufe des Tages geändert. Ohne Spiegel natürlich. Frauen machen sich mühelos einen umwerfenden Dutt. Beim ersten Versuch, mitten während der Vorlesung. Oder tragen sich im Bus Lippenstift auf, ohne auch nur ein wenig über den Lippenrand zu malen. Es ist wie Magie - nur gibt es diese Wonderwomen wirklich. Keine Ahnung, ob sie das Zuhause monatelang geübt haben, um lässig zu wirken oder ob es tatsächlich naturgegeben ist. Hier kann ich leider (oder vielleicht auch zum Glück) nicht den Zauber nehmen.

Aber mein Tipp: Wenn ihr seht, wie eine Frau so mühelose Taten vollbringt, dann fragt nach!
Von solchen magisch talentierten Geschöpfen kann man nämlich viel lernen! :-)

Montag, 18. April 2016

Städtecheck: Hamburg!

Mit seinen 1.770.000 Einwohnern gilt Hamburg als eine der größten Städte Deutschlands. Die größte Stadt im Norden ist es definitiv. Aber was hat Hamburg zu bieten? Ich hab mich mal umgesehen. 

Die Elbphilharmonie
Hörensagen: Hamburg gilt, wie schon erwähnt, als die Großstadt des Nordens. Weiter oben in Deutschland ist nicht mehr allzu viel, was an die Größe Hamburgs heran reicht. Insgesamt eilt Hamburg ein maritimer, unterkühlter Ruf voraus, manche sagen sogar, die Stadt sei etwas schmuddelig, wegen der berühmt berüchtigten Reeperbahn, einem der städtischen Markenzeichen.

1. Eindruck: Groß. Unüberschaubar groß. Und dazu sehr facettenreich. Je nachdem, welchen Stadtteil man passiert, entdeckt man völlig Unterschiedliches. Außerdem stimmt das Maritim-Gerücht, denn um den Hamburger Hafen kommt man einfach nicht herum.

2. Eindruck: Hamburg hat so einiges zu bieten. Es gibt sowohl die klassischen Touristenfallen als auch geheime Ecken, die vor Charme nur so strotzen. Die Hamburger selbst sind oft tatsächlich etwas unterkühlt, bis man mit ihnen warm wird. Ist das geschafft, sind sie sehr herzlich. Insgesamt ist die Stadt unheimlich grün und man bekommt den Eindruck, durch den Hafen direkt am Meer zu sein.

Wetter: Dazu gibt es einen Witz: Zwei Hamburger unterhalten sich. Sagt der eine: Ich lese gerade in der Bibel, da reden sie von der Apokalypse und 30 Tagen Dauerregen. Lächerlich! Bei uns ist das Hochsommer! Jap, so ähnlich ist es auch. Im Juni/Juli hagelt es manchmal und es weht grundsätzlich ein leichter Wind, sodass es einen regelmäßig fröstelt. An den Regen muss man sich leider auch gewöhnen. Dafür freut man sich in Hamburg umso euphorischer über warme, richtige Sommertage. Ist doch auch was.

Blankenese
Cafés und Bars: Schlendern lohnt sich. Denn zum einen sind die angepeilten Szene-Cafés und Bars meistens schon proppevoll, zum anderen entdeckt man dadurch kleine zuckersüße Orte, an denen man verweilen möchte. Ist eh spannender. Was man aber ausprobieren kann: Das Café Stark in der Wohlwillstraße 18, ganz in der Nähe der Feldstraße. Dort ist es gemütlich, günstig und familiär, vor allem zum Vorglühen abends. Hier solltet ihr unbedingt die Tote Oma ausprobieren, ein toller Kakao mit Rum, der wirklich verarztet wird. Außerdem ein Geheimtipp: Der Treppenkrämer in Blankenese. Mitten im Treppenviertel, ganz versteckt in der Hans-Lange-Straße 23, liegt das süße kleine Café, in dem es mittags Kuchen nach Rezepten der Uroma gibt und eine schöne Aussicht noch dazu. Wer es größer mag, sollte einen Blick in die Kaffeerösterei in der Speicherstadt werfen. Dort sieht man nicht nur, wie der Kaffee geröstet wird – man kann auch verschiedenste Sorten aus der French Press trinken. Natürlich mit Blick auf die kleinen Kanäle der Speicherstadt. Typisch Hamburg.

Mein Insider-Geheim-Super-Ess-Tipp: Faszinierend gut scheint das 4mosa in der Eiffelstraße 78 zu sein. Dort bekommt man auf zwei Etagen Laufband Sushi und warme asiatische Speisen serviert. Für 16,90 Euro kann man All-You-Can-Eat durchprobieren und in gemütlicher Runde den Abend genießen. 3 Tage vorher reservieren ist allerdings Pflicht, sonst bekommt man keinen Platz.

Frühstückstechnisch: Günstig und richtig gut frühstückt man im Café May. Für 5 Euro Wochentags und für 7 Euro am Wochenende kann man nach Herzenslust brunchen. Die Franzbrötchen (Zimt-Blätterteig-Kringel), die Kult in Hamburg sind, schmecken dort fantastisch und auch der Kaffee ist enorm gut. Außerdem gibt es eine große Auswahl. Auch hier ist vor allem am Wochenende reservieren nötig, auch wenn es das Café May über 5x in Hamburg gibt.

Mein Insider-Geheim-Super-Trink-Tipp: Was man wissen sollte: Radler heißt hier Alsterwasser. Klingt komisch, ist aber so. Ansonsten ähnelt die Getränkekarte allen anderen in Deutschland, nur dass weniger Cocktails und mehr minimalistische Getränke wie Longdrinks oder Bier serviert werden. Passt ja zur Stadt.

Schlafen: Hamburg gehört zu den Städten, die man am besten mit Insidern erkundet. Nur so bekommt man Einblick in die wirklich coolen Dinge und bleibt nicht an Tourifallen hängen. Deshalb empfehle ich euch Airbnb oder Ferienwohnungen. Dann erlebt ihr, wie es ist, in Hamburg zu leben.

Grünes: Da braucht man eigentlich nie lange suchen. Auf der einen Seite hat Hamburg natürlich Planten und Blomen, einen der größten Parks, direkt am Bahnhof Dammtor. Dort gibt es nicht nur einen gigantischen chinesischen Garten, sondern im Sommer auch regelmäßig große Feuerwerke und Wassershows. So macht chillen noch mehr Spaß. Aber auch an der Alster ist es schön, vielleicht etwas ruhiger. Joggen und Spazieren bietet sich hier besonders an.

Feierei: Wer hätte es geahnt: Die Reeperbahn. Und zwar ziemlich nur die Reeperbahn. Dort tummelt sich Club an Club, vor allem auf der Großen Freiheit. Es macht Sinn, hier einfach ziellos hinzugehen und zu schauen, wo es einem gefällt. Oft werden auch kostenlose Tickets vor den Clubs verteilt, das lohnt sich zu nutzen. Wer einen besonders langen Atem – oder viel Spaß – hat, sollte ab 5 Uhr sonntagsmorgens auf dem Fischmarkt vorbei schauen. Dort spielen oft Bands und das obligatorische Fischbrötchen hilft auch gegen Kater. Hab ich gehört.

Karolinenviertel
Shoppen: Hier kommt es auf den Bedarf an (wobei jeder Bedarf absolut gedeckt wird): Luxusshopper sollten sich rund um den Jungfernstieg umschauen, dort warten schnieke Läden wie Prada oder Gucci. Am Gänsemarkt ist die Klasse der etwas gehobenen Klamotten angesiedelt. Urban Outfitters, American Apparel oder Esprit sind hier. In der Mönckebergstraße findet ihr die ganzen Ketten: Von einem riesigen H&M-Store über einen Zara-Laden bis hin zu einem schicken Monki-Store (mit unglaublich schönen Umkleidekabinen!) ist alles vertreten, weshalb hier immer viel los ist. Wer eher auf Boutiquen oder Abgefahrenes steht, sollte sich im Karolinenviertel (U-Bahn Feldstraße) umsehen. Hier kommt man echt auf seine Kosten.

Style: Hamburger sind Minimalisten, in jeder Hinsicht. So auch bei den Kleidern. Statt viel Pomp werden klassische, schlichte Schnitte getragen, die Farben nicht zu grell und die Schuhe nicht zu hoch. Hamburger sind eher lässig. Wer nicht auffallen will, sollte sich also an dieses Motto halten.

Binnenalster, Jungfernstieg
Mandrills im Tropenaquarium
Der Hafen zwischen Baumwall und Landungsbrücken
Must-See: Es gibt Orte in Hamburg, die man sich einfach angucken muss. Da ist zum einen die Binnenalster am Jungfernstieg. Großstadtromantik trifft es wohl am besten. Um den Hafen kommt man auch nicht herum. Nicht nur wegen der Musicals, auch wegen der riesigen Schiffe, der Docks und dem gefühlten Meer, das man dort antrifft. Hier lohnt sich auch eine Bootstour, aber vergleicht die Preise und die Tour. Wenn schon, dann auch mit Speicherstadt. Apropos Speicherstadt: Die sollte man sich nicht entgehen lassen (und gerne mit einem Kaffee in der Kaffeerösterei verbinden). Dort ist es so hübsch und ungewöhnlich, dass man sich nicht satt sehen kann. Ein Stück weiter liegt Blankenese, in dem ihr das zauberhafte Treppenviertel liegt. Überall Treppen, egal, wohin ihr schaut. Und unten, an der Elbe, ist ein mehrere hundert Meter langer Strand, inklusive Strandbar und Blick auf die riesigen Containerschiffe. Die Parkfreunde dürfen den Zoo Hagenbeck und das zugehörige Tropenaquarium nicht verpassen. Hier werden die Tiere sehr artgerecht gehalten, es gibt unheimlich viele Tiere und manchmal haben sie nicht einmal ein Gehege, sodass man als Besucher auch Kattas fast streicheln kann (aber natürlich nicht sollte). Das lohnt sich. Plant aber eher Zoo oder Aquarium an einem Tag ein, denn man braucht für beides richtig Zeit. Grundsätzlich sollte man einfach durch Hamburg schlendern und die Augen aufhalten, dann sieht man enorm viel Tolles. 

Studieren/Arbeiten: Die Uni in Hamburg liegt mitten in der Stadt, nahe am Grindelhof. Dort ist auch eine schöne studentische Atmosphäre. Die Studienpalette ist normal groß. Zusätzlich gibt es noch mehrere private Hochschulen, aber die sind enorm teuer. Arbeiten lässt sich in Hamburg sehr gut. Es gibt von jeder Branche viele Unternehmen, sodass die Chance, Arbeit zu finden, nicht gerade gering ist. Aber...

Wohnviertel in Eimsbüttel
Wohnen: ... weil Hamburg eben so beliebt ist, ist es unglaublich teuer. Kleine Wohnungen kosten im Kauf an die 300.000 Euro, ein Familienhaus liegt grob bei einer Million. Auch die Mietpreise sind horrend: Für 100 Quadratmeter zahlt man nahezu 2000 Euro monatlich. Entweder man hat Glück und findet etwas Schönes oder man greift tief in die eigene Tasche. Nur können sich das Studenten oft nicht leisten...

Öffis: Gute Anbindung und  zwar überall. Entweder es fahren Busse oder man nutzt eine der zahlreichen S- oder U-Bahn-Linien. Auch die Preise sind okay. Ein Tagesticket kostet um die 5 Euro, für 5 Personen sogar 11 Euro. Diese beiden Arten Ticket sollte man aber auch nutzen, denn einzelne Fahrten liegen mit etwa 2-3 Euro relativ hoch in der Preisliste. Übrigens noch ein Vorteil. Hamburg hat vier Bahnhöfe: Hauptbahnhof, Dammtor, Altona und Haburg. Je nachdem, wo ihr hinwollt, könnt ihr einfach an einem dieser Bahnhöfe statt dem Hauptbahnhof halten und seid schneller da, denn die ICs und ICEs halten meistens an jedem der vier. 

Strand in Blankenese
Tipp: Wem eine Bootstour zu teuer ist, der kann auch die Fähren nutzen. Die fahren auch eine relativ große Strecke und fallen in den Verkehrsverbund, womit ihr mit euren Tagestickets nichts zusätzlich zahlen müsst. Das Miniaturwunderland, ein Klassiker in Hamburg, ist häufig überfüllt. Wer das umgehen möchte, sollte Freitag oder Samstag abends gegen 20 Uhr dorthin. Dann ist wenig los und ihr habt noch zwei Stunden Zeit, die spannende, witzige Welt der Züge und Minimenschen zu entdecken. Was ich euch nicht empfehlen kann ist der Hamburger Dungeon. Man zahlt zwischen 20 und 30 Euro und erlebt - nicht viel. Hamburg hat definitiv schönere Seiten und wenn ihr nur kurz da seid, fällt für den Dungeon wertvolle Zeit weg. Insgesamt ist Hamburg eine Stadt, die erschlendert werden kann. Steigt einfach irgendwo aus und schaut euch um. Ihr werdet viele schöne Orte finden.




Fazit: Hamburg ist nicht eine dieser maßlos überschätzten, deutschen Städte, sondern hat eine tolle Kulturszene, viele Geheimlokale und eine wunderbar maritime Atmosphäre, die es sonst in fast keiner anderen Stadt Deutschlands gibt. Deshalb sollte jeder einmal das Gefühl bekommen, Hamburger zu sein - und die Stadt ein bisschen so lieben lernen, wie ich es tue. 

Mittwoch, 13. April 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... Anti-Tage!

Bahn verpasst, Platzregen, unfreundliche Menschen und dann hat man nicht mal genug Geld für einen wohltuenden Kaffee dabei. Solche Tage sind einfach nur scheiße. Und jeder kennt sie.


Man hat Glück, wenn man, sobald man die Misere bemerkt, einfach nach Hause flitzen und sich unter 10 Bettdecken und noch mehr Kissen, dazu die Lieblingssitcom, verkriechen kann. Aber was passiert, wenn man noch irgendwohin muss, einen wichtigen Termin hat - oder gerade erst auf dem Weg zur Arbeit ist? Die schlechte Nachricht vorab: Nichts. Denn den Flow um  einen herum kann man nicht ändern. Es gibt einfach Tage, da ist einem die Welt nicht wohlgesonnen, egal, was man macht.


Wolfgang Pfensig  / pixelio.de


Die gute Nachricht: Man kann die Zähne zusammen beißen und sich selbst ein wenig darauf einstellen. Gute Gedanken helfen. Wer sich konstant einredet, dass es so schlimm nicht sein kann und dass es immer einen Plan B (und notfalls auch einen Plan Z) gibt, geht positiver an Mist-Tage heran und findet sich schnell damit ab. Außerdem hilft es, Rückzugsorte zu suchen. Mal nicht jede Raucherpause mitmachen, nicht jeden Kaffee mit den Kollegen mittrinken. Denn sind die Kollegen (Mitbewohner, Freunde) mal nicht da, hat man einen Augenblick Ruhe. Und die braucht man an solchen Tagen zum Kraft tanken. Was auch immer hilft: Flucht, so schnell es geht. Wer an einem solchen Tag früh nach Hause kann, sollte das tun. Dann klappt das auch mit dem sich Verkriechen.


Was jedenfalls an solchen Die-Welt-hasst-mich-Tagen verloren geht, ist der Gedanke, dass es A) immer schlimmer kommen kann und B) am Ende doch alles nur halb so schlimm ist. Jedes Problem lässt sich irgendwie lösen. Job weg? Neue Zukunftsperspektive. Freunde haben alle abgesagt? Mach ich halt mein Lieblingshobby alleine. Der Bus hat mich von oben bis unten nass gespritzt? Geh ich eben warm duschen. Auch wenn viel Blödes am Tag passieren mag - die Welt geht davon nicht unter.


Und, ganz sicher: Ein neuer, besserer Tag kommt. Bestimmt.