Freitag, 25. März 2016

Mein Plädoyer für... mehr Idealismus!

Kein Fleisch essen. Kein Plastik mehr benutzen. Fahrrad statt Auto fahren. Gegen Atomstrom sein. "Refugees Welcome" rufen und Essen verteilen.

Was auf den ersten Blick wie eine spröde Aufzählen oder die verrückte Abwandlung eines Marteria-Songs wirkt, ist so viel mehr. Es ist das Streben nach einer besseren Welt oder kurz gesagt: Idealismus.

Der ist allerdings in Vergessenheit geraten und, das Gefühle habe ich zumindest, wird immer mehr durch etwas verdrängt, was sich "Fuck it!"-Einstellung nennt.

Aber fangen wir mal weiter vorne an. Ursprünglich, im letzten Jahrtausend, waren Idealisten verschrien. Sie wurden Hippies genannt, Ökos, wurden mit der 68er-Revolution in Verbindung gebracht und wirkten teilweise auch, als rennen sie an der Realität vorbei. Und irgendwie war das auch so. Die Idealisten feierten sich und ihr Leben auf Woodstock, trugen abgefahrene Kleider und waren in ihrem eigenen Universum glücklich. Da ging es zwar auch darum, die Welt zu verbessern, aber der Hippie-Gedanke mit Love und Peace waren im Vordergrund.


F. Kolja Lenz  / pixelio.de 


Bis heute hat sich das alles ein bisschen verändert. Inzwischen hat sich der Kapitalismus insgesamt noch viel weiter eingeklinkt, die 68er-Generation ist alt geworden und im Vordergrund steht überwiegend das Geld machen. Statt Idealismus ist Realismus eingekehrt, oder? 

Glücklicherweise nicht. Denn der Idealismus kommt zurück, zumindest stellenweise. Es gibt immer mehr Menschen, die an etwas glauben, die unzerstörbare Werte haben: Die Zahl der Vegetarier und sogar Veganer wächst, immer mehr Menschen verzichten auf ihr Auto, vor allem in Großstädten, sie wechseln zu Ökostrom und gehen wieder Demonstrieren.
Das Problem ist nur, dass mit jedem Jahr, das man älter wird, der Realismus wächst. Und damit der gefährliche Gedanke: ich allein kann eh nichts ändern. Denn in den 20ern haben wir noch den Elan und somit auch die Vorstellung, dass das, was wir anpacken, Wurzeln schlägt. Je länger wir aber auf der Welt sind, desto mehr bekommen wir von den Abläufen mit und verzagen. Was aber noch viel schlimmer ist: Die Industrie und die Fuck-it!-Sager bestärken das noch. Man bekommt oft von außen vermittelt, dass es nichts nützt, wenn man sich für etwas einsetzt, weil alle anderen das Gegenteil tun. Idealisten werden zur Minderheit gemacht oder, wie schon im 20. Jahrhundert, belächelt. Als Träumer betitelt, die endlich aufwachen sollen.

Rudolpho Duba  / pixelio.de 

Dabei ist gerade heute Idealismus sau wichtig! Wie Kraftklub so schön sagte: "Die Welt geht vor die Hunde, Mädchen, traurig aber wahr." Genau so ist es! Es gibt mehr Probleme denn je, die Erde steht vorm Kollaps, es herrscht Krieg und Armut. Ist es nicht gerade da essentiell, an das Gute zu glauben und sich dafür einzusetzen, statt zu sagen: Dann ist es halt so, betrifft mich ja nicht, mir geht es gut. Schließlich, und das ist eben ein Totschlagargument, müssen einzelne anfangen, denn wenn keiner mit der Veränderung beginnt, ändert sich nichts.

Vor allem hat sich die Erscheinung der Idealisten geändert. Statt von einer Idee zu träumen und an das Gute zu glauben, machen sie was. Sie sind die Visionäre von heute, die die Welt von Morgen verändern! Und im Gegensatz zu der Annahme, dass sie an der Realität vorbeileben, sehen sie die Realität mehr als jeder Realist. Denn sie streben Veränderung an! Sie nehmen die Probleme wahr und wollen etwas tun statt alles so zu akzeptieren wie es ist. Sie reiben sich an der Realität, nehmen sie nicht hin. Und das macht sie stark und eben ungeheuer wichtig. Ohne Idealisten wäre die Welt vermutlich schon untergegangen.

Deshalb: Danke, dass es euch gibt! Wir sollten uns alle ein Stück von euch abschneiden. Und uns weniger dem Realismus hingeben.

Montag, 21. März 2016

Meine Ode an... Bosse!

Ungewöhnlicherweise werde ich jetzt mal einen Veranstaltungsartikel schreiben. Weil unsere Tageszeitung verpasst hat, über den grandiosen Bosse zu schreiben und das einfach nicht versäumt werden darf! :-)




Das Licht geht aus. Der Saal, in dem fast schon familiäre Atmosphäre herrscht, wird ganz still und ist angefüllt mit Erwartungen. Vereinzelt jubeln auch schon Menschen, aber die meisten sparen sich das für den Künstler des Abends auf. Axel Bosse und Band. Kaum betritt der dann die Bühne, ist von der Stille nichts mehr zu spüren. Der erste Akkord spielt und zack, ist alles da. Gute Laune, Melancholie, laut und leise, Glück und Tragödie. Einfach jeder Moment, von dem Bosse singt, ist auf einmal mitten im Raum. Die Bühne, deren Kulisse ein Partyraum am Morgen danach ist, lebt, es findet eine Party statt, der Morgen danach ist plötzlich weit weg. Die einsamen Luftballons, die über der Bühne schweben, wirken auch nicht mehr traurig, sondern notwendig. Kein Wunder, denn es ist Engtanz angesagt. So heißt das neue Album des Musikers und das ist auch Programm. Nicht zwingend der Engtanz miteinander, sondern der Engtanz mit dem Leben. So singt er zum Beispiel über Freundschaft, die nichts zerstören kann, über das Ausreißen ins Nirgendwo, über seine Nachttischlampe und über Dinge, die eben doch nicht perfekt laufen. Denn Bosse, das sagt er selbst, geht es gut, er ist glücklich. Da kann man nur über das Gute und wertvolle singen. Oder über kleine Unperfektheiten. Aber es werden auch Klassiker ausgepackt: Der alte Strand wird besucht und bei dem eigentlich tragischen 3 Millionen hüpft Aki Bosse fröhlich durch die tanzende Menge. Zwischendrin ist auch Zeit für eine Jam Session, bei der ein Song auf einmal nach Reggae klingt. Und das ist gut so.
Nach 90 Minuten perfekter Party geht gefühlt die Sonne auf. Alle lauschen andächtig, als das letzte Lied, Kraniche, angestimmt wird , das eigentlich alles zusammen fasst: Es kommt im Leben eh, wie es eben kommt und das ist gut so. Genauso wie dieser Abend. Mit viel Nachhall verschwindet dann die Band mit ihrem Sänger und es wird wieder still. Die wilde Party ist vorbei, alle gehen nach Hause. Nur ein bisschen Melancholie bleibt. Und die Kulisse des Morgens danach.

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... Creative Pain!

Oh, Gwen Stefani und Gavin Rossdale von Bush haben sich getrennt. Nach 13 Jahren Beziehung und drei Kindern. Puh. Aber egal, bei Promipaaren ist das normal.

So oder so ähnliche Gedanken gehen mir durch den Kopf, wenn Promis Schluss machen. Ist ja eigentlich total lapidar und belanglos. So was passiert eben im Showbiz, normale Beziehungen gibt es einfach nicht.
Bis mir auffiel, dass kurz danach neue Musik des Musikers raus kam. Eine neue Single, ein neues Album, meistens sogar etwas ziemlich Gutes.

Und dann, erst letztens auf einem Bosse-Konzert fiel der Groschen, als Aki Bosse sagte: "Ich muss ja ehrlich zu euch sein, es ist verdammt schwer geworden, gute, neue Songs zu schreiben. Ich habe keinen Liebeskummer mehr, also kann ich auch nicht darüber schreiben." Denn: Glücklich sein und kreativ sein vertragen sich nicht gut. Entweder du bist erfolgreicher Künstler oder du bist verheirateter Familienmensch. Nur die wenigsten finden den Grad dazwischen, das über das Glück singen, ohne dass die Leute weghören. Mal ganz von diesem Thema abgesehen: Bosse kann das.

Aber weiter im Text: Klar, dass sich die Musiker trennen! So haben sie wieder mit all den Dingen zu tun, die uns plagen. Liebeskummer, Partnersuche, allein sein. So sind sie wieder kreativ - und demnächst erfolgreich. Man sehe sich alleine mal die Musiker an, bei denen das genauso funktioniert hat: Chris Martin und Gwyneth Paltrow. Kaum war die Trennung durch, kommt Coldplay zurück. Ähnlich bei Matt Belamy und Kate Hudson. Muse bringt ein neues Album. Oder, noch besser, P!nk. Sie trennt sich, macht ein Trennungsalbum. Sie kommt wieder mit ihrem Ex Carey Hart zusammen und macht ein Versöhnungsalbum. Kreativer Input - und Leid - hoch drei.

Petra Bork  / pixelio.de


Um den Bogen zu schlagen: Das ist ja nicht nur so bei Promis. Auch ich tu mich das ein oder andere Mal echt schwer mit kreativen Schreibselideen. Nicht, weil ich mir nicht genügend traurige Szenarien ausdenken kann. Ich fühl es nur eben nicht. Mir geht es gut, mein Liebesleben ist im Reinen und auch sonst ist gerade alles okay. Nur wenn man in das, was man fabriziert, nicht hinein fühlen kann, wird es eben nicht gut. Umgekehrt: Schreibt man über seichte Feel-Good-Beziehungen, interessiert es keinen. Der Mensch will Drama. So ist es eben.

Der Unterschied zwischen einer Gwen Stefani und mir ist allerdings: Ich trenne mich nicht, weil ich kreativen Input brauche. Dafür bin ich weder erfolgreich noch blöd genug. Aber ich überlege regelmäßig, mal wieder über tolle Beziehungen zu schreiben. Vielleicht wird es ja doch mal was ;-)

Freitag, 18. März 2016

Was ich mir schon immer mal sagen wollte - Studienzeit!

Es gibt sie, wenn auch nur selten: Diese Momente, in denen man am liebsten einmal mit seinem jüngeren Ich sprechen möchte. Um es zu loben, um ihm den Kopf zu waschen, ihm Angst zu nehmen und manchmal auch Angst zu schüren, wenn es zu unvorsichtig war. Schließlich lernen wir im Leben immer mehr zu - obwohl wir das Wissen vielleicht schon vorher gebraucht hätten.
Diese Momente nehme ich mir in diesen Einträgen zum Anlass, um allen, die mal in diese Situation kommen, ein paar Tipps auf den Weg zu geben. Denn man lernt im Leben meistens erst im Nachhinein.

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Die Studienzeit. Ein auf und ab, aber irgendwie trotzdem grandios. Hätte ich nur das ein oder andere Mal die Abs vermeiden können... Hier findet ihr all das, was ich im Studium gelernt habe. Oder vielleicht hätte lernen sollen.


Lupo  / pixelio.de 


1. Mach einen Rundgang!
Nichts ist überfordernder und emotionaler als der erste Tag an der Uni. Man fühlt sich alleine und orientierungslos (siehe Punkt 2). Deshalb ist es echt hilfreich, ein paar Tage vorher über das Gelände zu laufen und sich zu orientieren: Wo ist was, wo muss ich hin, wo gibt es was zu essen? Dann ist der ohnehin anstrengende, tatsächlich erste Tag an der Uni nur noch halb so wild.

2. Hab keine Angst!
Die ersten Tage an der Uni wirken beängstigend. So viele Menschen, man kennt keinen, das Gelände ist riesig und irgendwie fühlt man sich sehr klein. Aber obwohl das für Unwohlsein sorgt: Alles halb so wild. Das Gelände kennt man innerhalb weniger Wochen und - viel wichtiger - den Anfängern geht es allen ähnlich wie dir! -Die haben alle Angst vor Ablehnung. So hat man auch direkt ein Gesprächsthema. Und knüpft schnell Freundschaften.

3. Seminartürme? Nein, danke!
Im ersten Moment klingt das ziemlich clever: Ich leg mir einfach alle Seminare auf einen Tag und hab dann den Rest der Woche frei. Schön und gut, aber dieser eine Tag wird der Horror werden! Ich hab das im ersten Semester gemacht und dann von 12 bis 20 Uhr durchgehend Uni. Das war der schlimmste Tag in der Woche! Klar, als Pendler ist das vielleicht wirklich noch irgendwie sinnvoll, aber auch da schwierig. Und wenn man auch noch in seiner Unistadt wohnt, ist es auch weniger problematisch, drei Mal die Woche zur Uni zu gehen.

4. Nimm mit, was geht!
Die Unizeit ist einmalig. Man kann oft ausschlafen, hat nur wenige Stunden Uni am Tag, kann Vorlesungen auch einfach mal sausen lassen und so richtig schön leben! Deshalb sollte man auch einfach das machen, worauf man Lust hat, ohne schlechtes Gewissen! Vor allem Partys unter der Woche lohnen sich richtig, weil man am nächsten Tag keine Verpflichtungen hat und vor sich hin dümpeln kann. Außerdem sind die Getränke bei den studentischen Partys unschlagbar günstig und der Eintritt ist auch oft frei. Das sollte man wirklich mitnehmen!

5. Sei vernünftig unvernünftig!
Nun aber der Haken: Wenn ihr doch am nächsten Tag um 8 auf der Matte stehen müsst, weil ein Seminar oder der Studentenjob winkt, dann ist feiern bis in die Puppen keine gute Idee. Unsere Semestereröffnungsfete (symbolisch immer SÖF genannt) war immer donnerstags, nur hatte ich erst einmal das Glück, Freitagmorgen frei zu haben. Ich bin aber trotzdem mit, der Tradition und der Freunde wegen. Aber meine Güte, das hab ich fast jedes Mal bereut. Die Seminare waren der Horror und man hatte, weil es das erste Seminar des Semesters war, auch eine gewisse Verpflichtung hinzugehen. Hier besser vernünftig sein und brav um 12 im Bett liegen.

6. Kein Stress! 
Es ist jedes Semester das gleiche: Die Veranstaltungen sind um und man hat frei. Wären da nicht die Prüfungen, seien es Klausuren oder Hausarbeiten. Die verdrängt man gerne. Und am Ende legt man Nachtschichten ein. Uncool. Besser ist, sich generell keinen Stress zu machen, aber auch nicht zu kneifen. Gerade bei drei Hausarbeiten oder mehr lohnt es sich, bei Zeiten anzufangen und dann Schritt für Schritt, ganz ohne Hektik, fertig zu werden. Denn wer jeden Tag ein bisschen was macht, schafft am Ende echt viel. Hat sich bei mir echt rentiert, ich kam entspannt und fleißig durch.

7. Arbeiten hilft!
Während des Studiums arbeiten klingt für manche echt hart. Viele Stunden für die Uni investieren und dann noch Geld verdienen, ist auch sicherlich manchmal fies. Aber das hat Vorteile: Zum einen ist es immer doof, sich fremdfinanzieren zu müssen, egal über die Eltern - was ja noch die harmlose Variante ist - oder einen Studienkredit. Jeder Job, den ihr habt und jede Stunde, die ihr arbeitet, bringt euch also finanziell auf den grünen Zweig. Das erleichtert das Gewissen und später auch euren Geldbeutel. Zum anderen bekommt ihr einen Blick über den Tellerrand, egal, wo ihr arbeitet. Ist der Job für euren späteren Berufsweg wichtig, sammelt ihr da sogar noch Pluspunkte und habt Einblick in ein neues Arbeitsfeld. Kellnert ihr einfach oder macht etwas ähnliches, kommt ihr auch mal raus, unter Menschen und lernt eine Arbeitsmöglichkeit kennen. Und das schadet nicht.

8. Ein eigener Arbeitsplatz!
Ohne Schreibtisch lernen oder tippen ist auf Dauer keine Lösung. Schafft euch einen eigenen (!) Schreibtisch an, an dem ihr euch zurückziehen und in Ruhe büffeln/schuften könnt.

9. Dozenten sind auch nur Menschen!
Sie machen Fehler und wollen einem (meistens) nichts Böses. Fragt also nach und sucht Kontakt, wenn ihr etwas wissen wollt. Denn Dozenten können einem mit ihrem Fachwissen echt weiter helfen. Und fast immer sind sie sogar nett.

10. Augen zu und genießen!
Die Studienzeit ist einmalig. So locker ist euer Leben danach nie wieder (höchstens im Urlaub). Deshalb genießt die Zeit in vollen Zügen, nehmt alles mit, was geht, damit ihr entspannt in eurer Berufsleben starten könnt!

Habt ihr noch Ideen, was ich vergessen haben könnte? Schreibt gerne Kommentare, egal ob hier oder auf Facebook. :-) 

Mittwoch, 16. März 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... den Bachelor!

"Es tut mir leid, dir das sagen zu müssen, aber meine Gefühle reichen leider nicht. Heute habe ich leider keine Rose für dich!"

Ich sitze vor dem Fernseher, höre diesen Satz und erschaudere. Die Kandidatin Daniela bricht in Tränen aus und mir wird auch ganz flau im Magen. Ich fühle mit. Und -

Halt stopp! Hab ich mich gerade wirklich dabei erwischt, wie ich beim Bachelor schauen mitfiebere? Da schießt einem gleich die Schamesröte ins Gesicht. Nicht nur deshalb - auch, weil ich seit Wochen einschalte. Mittwochabend, immer zur selben Zeit. Dabei ist mir völlig klar, dass es sich um Trash-TV handelt - das ich sonst auch nicht gucke. Aber manche Shows bilden die Ausnahme. 
Warum eigentlich?

Schauen wir uns mal den Bachelor genauer an. Etwa 20 Frauen buhlen um einen Mann. Er küsst sich durch die Frauenriege, kuschelt sich durch Traumkulissendates und säuselt sich durch die Sendung. Was in erster Linie sexistisch klingt und eher an altertümliche Polygamie erinnert, empört aber nicht, sondern fesselt. Wen wählt er? Wer fliegt raus?
Dabei wäre eine Meldung in der Art in den Nachrichten das Gesprächsthema schlechthin:
Mann wählt mit Hilfe von Körperkontakt zwischen 20 Frauen. Schließlich ist das an sich schon erniedrigend.

günther gumhold  / pixelio.de

Trotzdem schauen wir voller Neugierde hin. Meine Vermutung: Es liegt an der Cinderella-Theorie. Wir glauben, dass unter all den Frauen die Richtige ist. Und der Bachelor muss eben durch Ausprobieren und viel Zeit herausfinden, welche von ihnen es ist. Eben wie bei Aschenputtel: Es ist die, der der Glasschuh passt. Respektive das Leben. Eine von vielen, aber gleichzeitig von vielen die eine. Also geben wir uns der Hoffnung auf die große Liebe hin, statt gegen Sexismus und die öffentliche Erniedrigung von Frauen zu demonstrieren. Und so ist es eben auch: Eine von ihnen wird es am Ende. Eine kriegt die letzte Rose.

Nur damit kommt auch der Haken. Die Blase platzt enorm schnell, wenn sich herausstellt, dass die beiden doch nicht mehr zusammen sind. Wenn beide ganz plötzlich feststellen, dass es nicht passt, noch nie vorher gepasst hat und man dieses ungute Gefühl bekommt, das Fernsehen steckt dahinter.
Damit bekommt die Cinderella-Story ein Leck - und wir schämen und noch mehr, dass wir uns dem Trash-TV doch hingegeben haben. Trotzdem schaffen es die Sender, einen immer wieder vor den Fernseher zu bekommen. Ob das heißt, die Menschen glauben wirklich an die wahre Liebe? Ich wage es zu bezweifeln...

Freitag, 11. März 2016

Meine 5 Minuten gehen dieses Woche an... Freundschaftsdefinitionen!

"Freunde sind wie Sterne. Du kannst sie zwar nicht immer sehen, aber du weißt, sie sind immer für dich da!" Spanisches Sprichwort

So oder so ähnlich denken wir über Freundschaft. Oder?

Zumindest war das mal so. In der Generation unserer Eltern traf und trifft diese Definition noch zu. Es gibt Freunde, es gibt Bekannte und es gibt Fremde. Denn der Status Freund war neben dem Partner das Maximum, das man erreichen konnte. Das waren Leute, mit denen ist man aufgewachsen, vielleicht aus der Nachbarschaft, vielleicht aus dem Kindergarten oder der Schule, seltener von der Arbeit. Menschen, die einem so nahe sind, das man das Leben mit ihnen teilt. Das sieht man auch heute, denn viele Menschen aus dieser Generation haben nur ein, zwei Freunde, manche auch nur ihren Partner und dann Bekannte.

Aber seitdem hat sich viel gewandelt. In unserer Generation gibt es plötzlich regelrecht Freundschaftssysteme. Auch wenn das sehr nach Bürokratie klingt, geht es fast in diese Richtung. Jeder Mensch hat eine andere Vorstellung von Freundschaft und bildet selbst Abstufungen. Wir stecken die Menschen in unserem Umfeld also in Schubladen.

Zum ersten Mal aufgefallen, wie kompliziert das werden kann, ist es mir bei einer Freundin. Sie beschwerte sich erschöpft, dass alle sie als ihre beste Freundin sehen, sie selbst aber nur eine beste Freundin hat und manche dieser Leute, die sie so gerne mögen, gar nicht so gerne mag. Da wurde mir klar, dass man sich auf das gute alte Freund-sein nicht mehr verlassen kann, sondern am besten Einblick in die Systeme der anderen hat - und seine Definition kennt. Denn nichts ist fieser, als jemanden zu seinen liebsten Freunden zu zählen und irgendwann zu erfahren, dass derjenige mit einem nichts anfangen kann.

Spannend ist aber auch, welche Freundschaftssysteme es gibt. Beispielsweise gibt es Leute, die ein regelrechtes Rating führen, wer ihnen gerade am liebsten ist. Das kann sich aber natürlich jederzeit ändern. Oder es gibt Leute, die klare Abgrenzungen machen: Bester Freund, gute Freunde, lockere Freunde und Bekannte. Kommt jemand in den Guter-Freund-Status, geht er auch so schnell nicht mehr. Es gibt Leute, die haben einfach Freunde, für die ist es aber auch schwer, Freundschaften zu knüpfen. Und das Wort Freund bedeutet bei denen ziemlich viel. Es gibt umgekehrt jedoch Menschen, die wechseln drei Sätze mit jemandem und sehen ihn dann schon als Freund.

Dass nicht jeder direkt ein Freund ist und es auch Bekannte geben muss, oder zumindest Menschen, denen man nicht so nahe steht, ist aber gut. Zum einen ist es etwas sehr wertvolles, wenn man sein Leben und seine Gefühle mit jemandem teilt. Gibt es zu viele Menschen, mit denen man das tut, laugt es einen selbst irgendwann aus und man kann auch von denjenigen, die einem vielleicht doch nicht so nahe stehen, echt enttäuscht werden. Da ist es ziemlich hilfreich, Menschen zu haben, mit denen man einfach mal Smalltalk halten kann, ohne dass es tiefer geht. Heißt ja nicht, dass man diese Leute nicht auch mag. Außerdem, so die Faustregel, sind mehr als fünf enge Freunde ungesund, man kommt nicht mehr hinterher und die Freundschaft leidet früher oder später. Und diese fünf begleiten einen sicher auch länger :-)

Freitag, 4. März 2016

Frühjahrsputz im Körper! Lasse die Spiele beginnen...

Frühjahrsputz muss einmal im Jahr sein. Zwischen Februar und April wird dann alles Negative, was vom Winter übrig ist, abgeworfen. Das lässt sich aber nicht nur auf die Wohnung oder das Haus anwenden, sondern auch auf den Körper. Frühjahrsputz durch Detox.

Zuerst einmal gibt es zwei Arten des Entschlackens (Detox zu Deutsch). Während Variante A isst man weiterhin, allerdings nur Dinge, die für den Körper Verdauungsaufwand bedeuten und ihm keine Schadstoffe zuführen. Also Obst, Gemüse und Vollkorn, denn all das verbraucht bei der Verdauung (in den meisten Fällen zumindest) Kalorien und ist in erster Linie gesund.
In Variante B wird das ganze noch krasser: Man isst nichts. Man trinkt lediglich und zwar ziemlich viel. Tee ist erlaubt, Säfte auch, genauso wie Brühe und stilles Wasser.


Für die Fastentage braucht man:
  • 2 Liter Saft 
  • 2 Gläser Gemüsebrühe
  • Mindestens 5 Teebeutel pro Fastentag, 3 pro Auf-/Abbautag, also minimal 31 Beutel
  • Viel Wasser!
  • Glaubersalz


Der Saft sollte möglichst Biosaft sein, da in den Konzentraten oder in Fertigsäften aus dem Supermarkt zusätzlicher Zucker enthalten ist - genau das wollen wir aber beim Fasten nicht!

Beim Tee könnt ihr variieren: Alles ist erlaubt, außer koffeinhaltiger Tee (also Schwarz-/Grün-/Weißtee). Bei Jasmintee bin ich mir nicht sicher. 



Das Wasser sollte auch eher stilles sein, da ihr sonst Kohlensäure in euren Körper holt, die er nicht verwerten kann. Die Folge: Ein geblähter Bauch. Das braucht man während des Detoxings wirklich nicht.

Für die Auf- und Abbautage kann ich euch kein Rezept geben, aber einige Tipps: 
Ihr solltet hier schon auf für den Körper schädliche Dinge verzichten. Also auf Zucker, schlechte Kohlenhydrate wie Weißmehl, gesättigte Fettsäuren und unnatürliche Zusatzstoffe. Am besten haltet ihr euch an leicht verdauliches Obst und Gemüse, ein bisschen Vollkorn ist auch total okay. Milchprodukte sind auch ziemlich gesund, sollten aber fettarm sein (also bitte kein fettiger Käse). Wenn wir Fasten-Variante A anwendet, dann könnt ihr die Zutaten, die ihr an Aufbau- und Abbautagen verwendet einfach eine Woche lang essen. Das tut dem Körper auch gut.

Während der ganzen Zeit müsst ihr darauf achten, ganz viel zu trinken. Zwei Liter Minimum! Sonst habt ihr ständig Hunger und eurem Körper fehlt neben dem Essen auch Wasser. Ich verspreche euch, ohne genug Wasser wird das nichts und ihr werdet euch nicht gut fühlen. 
Außerdem unverzichtbar: Bewegung. Mein Versuch im letzten Jahr ohne viel Bewegung endete in Kraftlosigkeit, Unmotiviertheit und Unwohlsein. Deshalb unbedingt was machen! 

Am Schluss habe ich noch zwei Tipps für euch: 
1. Auch wenn es echt eklig zu trinken ist und euch etwas quält: Bleibt am ersten Fastentag komplett Zuhause, macht Morgens zwei bis drei Teelöffel Glaubersalz in ein 250 ml Glas Wasser und trinkt es. Schmeckt widerlich bitter, aber leert euren Darm. So habt ihr keinen Hunger mehr und das Entgiften wirkt effektiver. 
2. Verwöhnt euch! Wer schon aufs Essen verzichtet, sollte sich wenigstens ansonsten etwas Gutes tun. Nutzt Hautpeelings, tolle Bodylotions, cremt euch oft und duftend, dann fühlt ihr euch direkt besser. Ein bisschen Luxus soll ja doch sein ;-) 

Viel Erfolg!

Mittwoch, 2. März 2016

Die Veggie-World Rhein Main: Willkommen in Vegetarien!

Seit Jahren steht sie auf meiner To-do-List, aber geschafft habe ich es nie. Bis in diesem Jahr. Ich war auf der Veggie-World, der großen Vegetarier-Messe in Wallau. Hier werde ich euch davon berichten, was es alles gab - oder auch nicht - und was mir besonders gefallen hat.

Hin ging es mit einem kostenlosen Shuttle-Bus vom Wiesbadener Hauptbahnhof. Die Fahrzeit: 10 Minuten. Die Messe in Wallau liegt im abgelegendsten Industriegebiet, aber ist doch erstaunlich groß, auch wenn man es von außen nicht meint. Und was mich noch mehr erstaunt hat: Sie war voll!

Der Eintritt hat in diesem Jahr 9 Euro für Studenten oder im VVK gekostet, an der Tageskasse waren es 12 Euro. Ganz schön teuer, könnte man meinen, aber der Eintritt galt auch für die Zweitmesse an diesem Wochenende, die Paracelsus, die auf der unteren Ebene statt fand (und ganz schön abgefahren spirituell und gesundheitsmäßig aufgebaut war...).

Ich hab mich oben durch die Veggie World geschlängelt, wo es konstant nach Essen gerochen hat. Kein Wunder, oder? :-)

Auffällig war, dass die eigentlich Essensstände meistens türkisch/arabisch waren und es sehr viel veganen Döner oder Börek gab. Da war auch kein Hintergedanke: Es gab lediglich Essen zu kaufen, ansonsten wurde keine Produktwerbung gemacht. Im Gegensatz zu jedem anderen Essenstand. Meistens wurden die Dinge gekocht, die auch zum Verkauf angeboten wurde. Die konnten die Leute dann probieren und im besten Fall für gut befinden.

Die größte Sparte hat Fleischersatz ausgemacht. Bekannte Supermarktanbieter gab es wenige, lediglich Taifun kannte ich vorher schon (bieten Tofu in allen Varianten an).

Tofuvarianten von Taifun


Interessant fand ich die Marken Wheaty und LikeMeat. Erstere bieten verschiedenste Arten von Würstchen an, kalt und warm, mit unterschiedlicher Würzung, fast alle mit einem super hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren (also der gesunden Variante). Da habe ich direkt mal was mitgehen lassen.

Würstchenarten von Wheaty
LikeMeat sah vor Ort spannend aus (und roch gut). Ich hab nichts probieren können, weil gerade alles aus war, wenn ich vorbei gegangen bin, aber es ging eben um realistisch aussehenden Fleischersatz und das ist ziemlich cool. Also habe ich auch davon mal was gekauft. Zuhause ausprobiert bin ich aber nicht so begeistert. Die Baconwürfel schmecken eben doch nach geräuchertem Gemüse, die Chicken-ähnlichen Gemüsechunks waren labberig und echt unlecker. Fehlt nur noch das Geschnetzelte, das konnte ich noch nicht probieren. Aber wieder kaufen würde ich es vermutlich nicht.

Veggieerstaz von LikeMeat
Was wirklich beeindruckend war, war die Auswahl. Es gab veganen Wein, vegane Klamotten und Schuhe, Ökostrom-Anbieter (die einen natürlich beschwallt haben), es gab die Klassiker Alpro, die was gezeigt haben oder auch veganen Käse und stündlich Kochkurse und Vorträge (meistens jedoch von Ausstellern, die werben wollten). Faszinierend waren auch die veganen Pralinen und Energiebälle von Happy Herbi. Während die Pralinen fast nicht genießbar waren, waren die Energiebälle der Hammer! Man isst einen davon und ist pappsatt und bereit für neue Taten. :-)

Flyer von der Veggie World
Fazit: Von mir aus hätte die Messe noch größer sein können, denn nach eineinhalb Stunden spätestens ist man einmal komplett aufmerksam durch. Und ich finde, als Vegetarier lohnt es sich echt, denn mit Messeangeboten kauft man (relativ) günstig ein und lernt neue, tolle Produkte kennen.