Donnerstag, 25. Februar 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche ans... Erwachsen sein!

Seit Neuestem spiele ich Dungeons and Dragons. Nerdig, ich weiß, aber macht schon Spaß. Jedenfalls bin ich da ein Elfendruid. Und Elfen haben die ungewöhnliche Eigenschaft, erwachsen zu werden, wenn sie bereit dafür sind. Das kann mit 20 so weit sein, genauso geht es aber auch mit 100 (sie werden um die 700 Jahre). Wenn sie sich bereit fühlen, schaffen sie sich einen erwachsenen Namen an und wenden sich den wichtigen Verpflichtungen zu, die es zu erfüllen gibt. Vorher sind sie kindisch oder vielmehr kindlich.

Anfangs fand ich das total absurd, aber inzwischen ist mir klar: Unsere Generation, die berühmte Generation Y, macht das genauso. Obwohl wir eigentlich mit grob 18 ausgewachsen sind (das sind Elfen übrigens auch) und uns den "ernsten Dingen des Lebens", wie Omi so gerne sagt, zuwenden könnten, tun wir es nicht. Stattdessen wissen wir mit Mitte 30 noch nicht, wie wir eine Steuererklärung schreiben, studieren bis in die späten 20er, ohne zu wissen, was eigentlich aus uns werden soll und leben bis weit ins Berufsleben in einer 3er-WG. Nicht zu vergessen, dass wir verdammt häufig bei unseren Eltern durchklingeln, um die Dinge, die wir eigentlich können sollten, es aber nicht tun, einfach bei ihnen zu erfragen.


twinlili  / pixelio.de


Das macht sich auch immer mehr am Lifestyle selbst bemerkbar. Es werden nicht mehr nur die 20er dazu genutzt, wild zu feiern und uns heftig auszuleben. Dazu sind inzwischen die 30er da. In den 20ern benehmen sich viele von uns inzwischen so, wie man sich früher in der Pubertät verhalten hat. Erste Liebe (oder mehrere davon), bei den Eltern wohnen (ja, das gibt es sogar echt häufig) und eben dahin orientieren, wo man mal hin will. Ich nenn sie mal die Spätzügler.

Umgekehrt gibt es auch die Mittzwanziger, die fest im Job stecken und ordentlich Kohle verdienen, aber trotzdem am Wochenende so hart feiern, dass sie einen kompletten Sonntag über der Kloschüssel verbringen. Die klassischen Hedonisten.

Spannend ist, dass sich manche in eine ganz andere Richtung entwickeln. Mit 18 ausgezogen, bald einen Partner gefunden. Mit 25 verheiratet und mit 30 schon drei Kinder. Die Traditionellen. Erstaunlicherweise rümpfen die meisten bei dieser Vorstellung die Nase - obwohl das vor zwanzig, dreißig Jahren noch völlig normal war.

Aber was hält uns davon ab, endlich erwachsen zu werden? Warum sind wir inmitten unserer 20er noch so unselbstständig und weigern uns, Verantwortung zu übernehmen?

Ich glaube, das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen. Zum einen haben wir viel mehr Möglichkeiten. Das Studium ist blöd? Brechen wir es eben ab und machen was anderes. Im Job verdien ich zu wenig? Wechsel ich eben. Die Pfadabhängigkeit, wie man so gerne in der Pädagogik sagt, also das Einschränken von Entscheidungsmöglichkeiten durch bereits getroffene Entscheidungen, gibt es heute nicht mehr. Die Welt steht uns sehr lange offen. Zum anderen haben wir keinen Druck. Die finanzielle Situation in Deutschland ist in Ordnung, es herrscht kein Krieg und keine Unterversorgung. Wir müssen also keine Verantwortung übernehmen, wenn wir nicht wollen.

Doch genau in diesen beiden Faktoren liegt auch das Problem: Die vielen Möglichkeiten machen handlungsunfähig, denn es gibt ja so viele schöne Sachen, die man machen möchte - und könnte. Da strebt man auch gerne mal den perfekten Job, Partner, Ort an, was nahezu unerreichbar ist. Der fehlende Druck ist aber auch echt ein Problem. Wir können bis in die Mitte unseres Lebens vor uns hin tingeln, ohne etwas sinnvolles zustande bekommen zu haben: Ständiger Jobwechsel, Partnersuche, Ortswechsel. Aber so kommen wir nie an. Und weil wir eben Menschen sind, gehen dadurch einige Dinge verloren. Zum Beispiel der Kinderwunsch, der urplötzlich unmittelbar vor einem steht - und nicht ewig vor sich her geschoben werden kann. Ein Zitat, das ich mal von einer Mittdreißigerin gehört habe, und das mich ziemlich entsetzt: "Kinder möchte ich, ja, echt gerne sogar. Aber doch nicht jetzt schon, ich fühle mich noch nicht erwachsen genug!"

Das ständige nach hinten schieben des Erwachsenseins ist nämlich ein gigantisches Problem: Wir werden nicht 700 Jahre, wie Elfen. Wir haben es mit etwa 80 Jahren hinter uns. Wer erst in der Hälfte seines Lebens beschließt, endlich mal Verantwortung zu übernehmen, verpasst einiges. Er kommt nämlich nicht zur Ruhe. Und Erwachsen sein muss ja nicht zwangsläufig spießig sein: Schließlich ist Erwachsen kein Synonym für todernst. Sondern viel mehr für Verantwortung und Autonomie. 

Mittwoch, 24. Februar 2016

Die besten Songs zum... wach werden!

Kennt ihr das auch? Den klassischen Durchhänger am Morgen? Wenn man am liebsten 15 Mal die Snooze-Taste drücken möchte und einfach nicht aus den Federn kommt?
Ich kenn das ziemlich gut und hab mir ein paar Songs rausgesucht, die den Start in den Tag viel angenehmer machen. Garantiert ;-)



Rainer Sturm  / pixelio.de



Aufstehn! – Seeed (Reggae/Dancehall)
Welches Lied könnte nach dem wach werden passender sein als Aufstehn? Sanfte Streicher, entspannter Reggae-Beat und der wundervoll relaxte Text – perfekter geht nicht! Mal ehrlich, der Song sollte den Wecker ersetzen!
Entspannt, gemütlich, gute Laune


https://www.youtube.com/watch?v=g6JYzOjglBs

Morning Coffee – Jesper Munk (Soul)
Ein langsamer Beat gepaart mit lässiger Gitarre und Soul-Feeling – wenn das Lied dann auch noch Morning Coffee heißt, kann nichts mehr schief gehen! Genau das hat sich Jesper Munk wohl gedacht, als er – vermutlich beim morgendlichen Kaffee – dieses wunderbare Lied komponiert hat.
Lässig, langsam, melancholisch

https://www.youtube.com/watch?v=Ky9La4bdDT4

Morgens immer müde – Laing (Elektropop)
Wem verträumtes Rumgeklimpere viel zu lahm ist, der sollte sich mal die Mädels von Laing reinziehen. Die sind morgens zwar müde, machen aber enorm wach. Und sie bringen das Morgenmuffel-Gefühl richtig gut auf den Punkt.
Hektisch, treffsicher, Mitsing-Garantie

https://www.youtube.com/watch?v=lNE2Kf2HbTo

Heart Beats Slow - Angus & Julia Stone (Indie)
Immer wenn ich an Wohlfühl-Indie denke, kommen mir Angus und Julia Machen in den Sinn. Denn sie machen genau das, was für mich Wohlfühl-Indie ist. Und der gehört nun mal an den Frühstückstisch, denn nichts ist wichtiger, als gemütlich und eben mit einem guten Gefühl in den Tag zu starten.
Zum wohl fühlen, sanft, melancholisch

https://www.youtube.com/watch?v=24E7AR4zYIo

Galapagos – Kakkmaddafakka (Indiepop)
Auch wenn der Name ungewöhnlich ist und erst einmal abschreckt (man denkt ja unweigerlich an vulgären Elektropop), sollte diese Band nicht unter den Teppich gekehrt werden. Die Jungs von Kakkmaddafakka schaffen es nämlich, seltene Stimmungen ganz zart einzufangen. Zum Beispiel den Wunsch, auf den Galapagos-Inseln abzuschalten. Chapeau, Jungs, sehr schönes Lied! 
Zart, Stimmungsfänger, verträumt

https://www.youtube.com/watch?v=m2nJ6Cml50A


Viel Spaß beim Reinhören!

Freitag, 19. Februar 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... das Ich-selbst-sein-Paradoxon!

Gestern Morgen war ich beim Piercer. Ich wollte mir ein neues Schmuckteil kaufen, einfach zur Abwechslung. Hinter der Theke stand ein Typ, Mitte 20, den ich dort vorher noch nicht gesehen hatte. Ich ging hin, er begrüßte mich freundlich und fragte, was er für mich tun kann.
"Ich hätte gerne Schmuck. Für die Nase." Ich deutete auf mein Nasenpiercing. 
"Was für welchen denn?"
"Kein Klemmkugelring. Da hab ich Angst, dass ich ihn einatme."
Er kicherte, ich kicherte. 
"Dann versuch es mal damit." Er zeigte mir einen anderen Ring. 

Und plötzlich war die Stimmung flirty. Ich hab mir im ersten Moment nichts dabei gedacht, den Ring gekauft und bin dann weiter gegangen. Aber gestern Abend auf dem Heimweg fiel mir auf einmal etwas ein: Ich war ich selbst gewesen. Ich war direkt, verbal tollpatschig, nett. All das, was ich eben wirklich bin, aber sonst nicht in der Kombi rauslasse. Es war nicht irgendeine Fassade von mir. Deshalb war die Stimmung so schnell locker und flirty. Er fand mich sympathisch. Mir wurde auch ziemlich schnell klar, woran das lag: Ich hatte keinen Druck. Ich wollte und musste dem Typen nicht gefallen, er sollte mich nicht mögen (er war nicht einmal attraktiv). Ich wollte ein Piercing. Punkt. Und durch diese einfache Tatsache konnte ich so sein, wie ich eben bin. 

Umgekehrt bin ich, wenn ich jemanden kennen lerne und es um etwas geht, anders. Ich halte mich zurück, strecke meine Fühler aus, um zu erfahren, was die Person mag und dann verhalte ich mich entsprechend. Ich komme also nur zögerlich aus mir heraus und gebe mich so, wie es von mir erwartet wird, weil etwas auf dem Spiel steht: Die Beziehung zu dem neu kennen gelernten Menschen. Da packt man eben nicht all seine 15.000 Charakterfacetten auf einmal aus, sondern erst einmal nur ein paar. Die, die eben ziehen, die der Mensch mögen sollte. Oder sogar welche, die man eigentlich gar nicht hat.

Aber genau da entstehen die Probleme: Es kann nämlich passieren, dass der andere einen nur in der abgespeckten Version mag. Sobald man dann man selbst ist, ist man für den anderen vielleicht ein ganz anderer Mensch und das passt nicht mehr ins Bild. Es kann auch passieren, dass sich der andere verarscht vorkommt, wenn man irgendwann das Ich-selbst-sein anfängt. Weil man eben doch anders ist. Im schlimmsten Falle fängt man nie damit an, man selbst zu sein, denn man war es ja von Anfang an bei demjenigen nicht. Und dann baut die Freundschaft später auf einem Trugschluss auf, sodass man sich auch nie wirklich bei demjenigen wohlfühlen kann. Man ist ja immer jemand anderes in seiner Gegenwart. Das ist echt ein Problem, denn nicht umsonst heißt es: Freunde sind die Menschen, die dich mögen, obwohl sie dich kennen. Oder harmloser: Freunde sind diejenigen, die dich mögen, so wie du bist. 

Trotzdem ist es genauso schwierig, von Anfang an man selbst zu sein, obwohl es eigentlich nur Vorteile hat: Die Menschen mögen einen - oder eben nicht. Aber das ist ziemlich schnell geklärt, man verschwendet keine Zeit oder riskiert unnötig verletzte Gefühle. Außerdem ist die Chance gemocht zu werden umso höher, denn man fühlt sich wohler in seiner Haut und ist authentischer. Das wirkt. Der Haken an der Sache: Wenn man "Gemocht-werden-wollen" und "Man-selbst-sein" auf eine Waage legen würde, wäre ersteres bei den meisten schwerer. Zum einen hat man immer im Hinterkopf, dass man immer noch mehr von sich zeigen kann. Zum anderen ist das Bedürfnis, von anderen akzeptiert zu werden, immens hoch. Da nimmt man auch mal ein bisschen Verstellen in Kauf. Ganz egal, wie oft man sich einredet, man selbst sein würde vieles leichter machen. 

Mein Tipp dazu wäre eigentlich: Seid einfach mehr ihr selbst. Ich werd's auch versuchen. Aber den kann ich euch nicht geben, denn ich schaff es selbst nicht. Weil es einfach sau schwer ist, den Leuten von Anfang an sein "wahres Ich" zu zeigen. Das macht zwar vieles einfacher - aber es macht auch verletzlich. Und das ist echt nicht angenehm. 

Also, denkt doch einfach mal drüber nach und versucht wenigstens, wenn ihr Leute kennen lernt, darauf zu achten, ob ihr spielt oder ob ihr ihr seid. 

Freitag, 12. Februar 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... Veggie-Ersatzprodukte!

Vegetarier sein ist unserer heutigen Zeit eigentlich kein Problem mehr. Man bekommt genügend Gemüse und Getreideprodukte und den Veggies eilt auch nicht mehr der Ruf der Öko-Außenseiter hinterher. Trotzdem sieht man sich ständig mit unnötigen Fragen konfrontiert. Zum Beispiel: "Warum bist du eigentlich Vegetarier?" oder "Hast du nicht Mangelerscheinungen, weil dir Fleisch fehlt?"

Am schlimmsten finde ich aber mit Abstand: "Warum kaufst du dir vegetarische Produkte, die aussehen und schmecken wie Fleisch? Als richtiger Veggie solltest du doch auch darauf verzichten wollen!"

uschi dreiucker  / pixelio.de 

Das ist ja der größte Quatsch. Denn es gibt die verschiedensten Gründe, vegetarisch leben zu wollen. Einigen schmeckt Fleisch einfach nicht. Andere haben eine Allergie (ja, soll es wirklich geben). Und natürlich spielen ethische Gründe mittlerweile eine riesige, fast sogar die größte Rolle. Gerade diese Gruppe verzichtet auf Fleisch, weil sie das den Tieren zu Liebe tut. Das heißt ja noch lange nicht, dass ihnen Fleisch nicht schmeckt. Also ist ab und zu ein Veggie-Schnitzel eine gute Alternative. Oder vegetarische Bolognese.

Nur wird damit in Deutschland inzwischen Schindluder getrieben. Große Fleischkonzerne (ich möchte jetzt mal keinen Namen nennen, aber allein schon aus der Werbung kennt ihn jeder) springen auf den Veggie-Zug auf und vertreiben inzwischen vegetarische Produkte. Ich bin da gespaltener Meinung drüber. Auf der einen Seite ist das natürlich gut, weil in der Öffentlichkeit ein größeres Bewusstsein für Vegetarismus entsteht. Außerdem schmecken die Sachen auch einfach echt lecker. Auf der anderen Seite schütten die Leute, die diese vegetarischen Produkte kaufen, der Fleischindustrie Geld in den Rachen und fördern so indirekt die Massentierhaltung. Das wiederum bringt mich zum Kotzen. Mir ist dieser moralische Zwiespalt erst aufgefallen, als ich gestern vegetarisches Hack gekauft hab - von besagter Firma - und die Würstchen von derselben Firma direkt nebendran standen.

Zukünftig werde ich einfach zu Marken wie Valess oder Garden Gourmet umsatteln. Die produzieren meines Wissens nach nur vegetarisch und das sogar richtig lecker.

Mein Tipp für alle, die sich mal genauer über Vegetarismus und Veganismus informieren wollen: Die Veggie World in Wallau. Das ist eine riesige Veggie-Messe, die viele Neuerungen aufzeigt und super informiert!

Sonntag, 7. Februar 2016

Wortschöpfungen: Petaismus

Petaismus [Peta-ismus] Nomen, maskulin. Sich moralisch besonders hervorheben, obwohl man sich schlechter verhält als mancher Ottonormalbürger.

Die Wortschöpfung hat auch eine Vorgeschichte.
Seit 4 Jahren bin ich Vegetarierin und setze mich ganz gerne für Tierrechte ein. Deshalb kam ich auf den Gedanken, Peta, die ja sehr radikal für Tierrechte kämpfen, beizutreten. In meiner Vorstellung lief das so ab: Mia geht mit auf Befreiungsaktionen, protestiert fleißig und wird bei Peta ziemlich aktiv. Ich war also motiviert. Um beizutreten, muss man aber einen jährlichen Spendenbeitrag zahlen. Als Student 30€ im Jahr, als arbeitender Erwachsener 60€ im Jahr. Aber das war auch okay, hab ich gemacht. Und war voller Hoffnung, jetzt mit Aktionen in meiner Umgebung zugespamt zu werden.

Was geschah? Wenig. Ab und an bekam ich einen Newsletter, in dem ich über die ganzen Veränderungen, die Peta ("durch mich und meine Spende" - Verbalkuschelei) erreicht hat. Außerdem gab es regelmäßigst Spendenaufforderungen und alle paar Monate das Petaheft. In dem auch nur sehr wenige, sehr verweichlicht ausgedrückte Informationen stehen. Also viel Aufriss um nichts. Von Aktionen war jedenfalls keine Rede.
Also lief meine Peta-Mitgliedschaft passiv irgendwie nebenher und ich lebte mein Leben aktiv ohne Peta-Aktionen weiter.
Aber dann. Vor zwei Wochen erreichte mich eine Mail von Peta, ich solle entweder mehr spenden oder ich bekäme einen Anruf von ihnen, der mich überzeugen soll und dessen Kosten auf mein Konto gehen.
Das nahm ich entsetzt zur Kenntnis - womit die leider passive Mitgliedschaft in meinem Kopf sehr aktiv wurde - und kündigte meinen Spendenbeitrag umgehend.

Dadurch ist mir klar geworden: Peta funktioniert genauso untransparent wie andere Spendenvereine oder sogar manche Parteien. Aktive Mithilfe ist, obwohl sie sonst Mangelware ist, nicht erwünscht und Leute werden ziemlich dreist abgezockt. Vor allem obwohl sie längst zahlen. Super unverschämt!

Ich trete jetzt einfach einem örtlichen Tierschutzverein bei. Hab ich mehr von.
Und ganz nebenbei ein Wort mehr im Wortschatz...

Freitag, 5. Februar 2016

Meine heutigen 5 Minuten gehen an... Öffi-Erstis!

Heute muss ich mal Dampf ablassen. Denn ich bin mal wieder Menschen begegnet, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht umgehen können. Das Schlimme: Jedes Mal, wenn ich in der Stadt unterwegs bin, begegne ich ihnen. Und jedes Mal reizen sie mir meine wertvollen Nerven.
Warum, fragt ihr euch? Die Phänomene kennt ihr sicherlich auch...

1. Die Nichtaufrücker
Es fängt schon beim Einsteigen an. Der Bus ist in der Mitte gähnend leer, trotzdem stellen sich alle in den Eingangsbereich, sodass kein Durchkommen mehr ist. So mancher Bus ist wirklich ohne mich (und andere) weiter gefahren, obwohl in der Mitte noch Platz war, weil die Leute aber nicht aufrücken wollten.

2. Die Außensitzer
Beim Sitzplatz suchen machen es sich manche echt leicht. Sie setzen sich an den Gang, stellen ihre Tasche am Fenster ab und entspannen sich. Obwohl der Bus proppe voll ist. Nicht einmal vorwurfsvolle Blicke könnten daran etwas ändern.

3. Die Türblockierer I.
Es ist zum Weinen: Man ist aufgerückt (!), steht in der Mitte des Busses, will aussteigen und - keinen interessiert es. Da wird nicht Platz gemacht. Die Leute quetschen sich eher an die Wand als kurz raus zu treten. Heute im Bus sind drei Mädels, die im Türbereich standen, nicht mal Beiseite gegangen. Sie haben sich festgehalten und sind in der Mitte stehen geblieben. Kein Vorbeikommen, ohne sie höflich zu fragen, ob sie nicht bitte endlich weg gehen wollen!

4. Die Türblockierer II. 
Noch besser ist es aber, wenn man raus will und zehn Mal mehr Leute rein. Die Leute gehen nicht zur Seite, sondern bilden einen so schmalen Flur, dass man sich durchzwängen muss. Nur um dann, sobald auch nur ein bisschen Platz im Bus geschaffen ist, sofort reinzustürzen, obwohl die Hälfte noch gar nicht aussteigen konnte.

Mein Lob an dieser Stelle geht an die Studenten: Unser Bus ist tatsächlich immer der, in den deutlich mehr Leute rein als raus wollen. Trotzdem bilden sie eine schöne Gasse und warten höflich, bis der letzte, der raus will, auch draußen ist.

Und noch zum Schluss, um den Eintrag rund zu machen und die Ärgernis abklingen zu lassen, mein lustigstes Öffi-Erlebnis: 

Vor ein paar Wochen wollte ich, weil ich zu faul zu laufen war, mit der Bahn eine Station fahren. Die Bahn war super voll und weil ich als eine der ersten rein kam, ging ich durch, zur nächsten Tür, die relativ frei schien. Komischerweise, im Nachhinein. Die Bahn fuhr an, Menschen standen überall, vor allem auf dem Bahnflur. Als sie anhielt und ich aussteigen wollte, entdeckte ich dummerweise erst, dass die Tür, vor der ich jetzt stand, defekt war. Da kam ich also nicht raus. Und an der anderen Tür, über die ich eingestiegen war, kamen jetzt schon neue Leute rein. Ich kam also nicht aus der Bahn raus und musste eine Station weiter fahren, nur um dann zurück zu laufen.

Und die Moral von der Geschicht: Faulheit, Leute, lohnt sich nicht. 


Dienstag, 2. Februar 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... den Profilierungszwang!

Identitätsfindung ist ja eigentlich so eine Sache, die man in der Pubertät erlebt. Aber heutzutage ist es eher ein "erleben sollte". Denn obwohl man sich in seiner Teenagerzeit mit dem Thema auseinander setzt, findet die eigentliche Identitätsarbeit erst in den Zwanzigern statt. Wenn man einen Job oder eine Ausbildung sucht, nicht mehr in die Schule gehen muss und von Zuhause auszieht.

Nur läuft bei dieser Identitätsarbeit mancher Menschen echt was schief.
Wovon ich jetzt rede, ist der Profilierungszwang. Eigentlich ein Teenie-Phänomen, das immer dann statt findet, wenn man Menschen leugnet und sich selbst besser darstellt, um bei den "coolen Kids" mitzumischen. Zum ersten Mal hab ich das in der siebten Klasse erlebt. Und da passt das auch irgendwie hin. Das letzte Mal habe ich das in den letzten Wochen und Monaten mitbekommen.

Eine ehemalige Freundin von mir lebt den Profilierungszwang nämlich heute.
Und das ist bei Twentysomethings total seltsam.

Da werden Leute in Schubladen gesteckt. Für sie gibt es "Kaffeefreunde", mit denen man ernsthaft reden kann - aber nur alle zwei Monate. Am besten in Cafés, in denen man nicht gesehen wird. Weil das zwar super gut tut, mit denen zu reden und man das mit kaum jemand anderem kann. Feiern gehen geht mit diesen Kaffeefreunden aber nicht, denn dazu sind sie zu uncool. Stattdessen geht sie mit ihren "wahren Freunden" trinken und tanzen, bloß nicht mit den uncoolen Leuten.
Am auffälligsten war das an einer WG-Party. Ständig ist sie um ihre "wahren Freunde", also die coolen Kids, rumgehüpft, wollte ihnen alles recht machen und zeigen, wie "cool" sie ist, aber die anderen, die normalen, wurden in der Ecke stehen gelassen und ignoriert. Irgendwie ganz schön arm.

Ich finde, dass wir mit Mitte 20 über diesen Profilierungszwang hinaus sein sollten. Das merke ich beispielsweise auch an meiner Freundschaftsdefinition: Freunde sind Menschen, die man mag und mit denen man gerne Zeit verbringt. Da geht es nicht um sozialen Status, sondern darum, einen Draht zueinander zu haben. Mit denen rede trinke ich gern Kaffee, weil wir dabei reden können. Mit denen mache ich auch super gerne DVD-Abende. Und der einzige Grund, nicht mit ihnen feiern zu gehen ist, wenn sie eben generell nicht gerne feiern gehen. Deshalb hat jeder, den ich mag und mit dem ich gerne Zeit verbringe, potentiell die Chance, ein Freund zu werden. Warum auch nicht?
Schließlich sind wir In the Middle of 20 und nicht In the Middle of Schulhof.

Montag, 1. Februar 2016

Serienspecial! Teil 3: Horror-Serien

Wenn Komödie, Dramen und historische Epen als Serien funktionieren - dann muss das auch mit Horror klappen. Das dachten sich bestimmt mal einige schlaue Leute und haben es gewagt. Das kann klappen, und zwar ziemlich gut sogar. Denn wenn sich eine gruselige Atmosphäre über mehrere Folgen hinweg aufbauen kann, ist er Effekt meist noch viel besser als in einem 90-Minüter.

Ich hab euch mal ein paar Serien zusammen gestellt, die wunderbar funktionieren.
Und natürlich eine, die sich leider nicht lohnt.

1. Hannibal

Vom Schweigen der Lämmer hat sicherlich jeder mal gehört. Aber diese Geschichte als Serie? Ich konnte es mir lange nicht vorstellen und es hat mich auch lange enorm abgeschreckt. Doch als ich erst einmal eine Folge gesehen hatte, war ich nicht nur positiv überrascht, weil ich es mir völlig anders vorgestellt hatte - sondern auch total neugierig, wie es weiter geht!
Worum geht's? Der Kriminologie-Dozent Will Graham wird bei einer Mordserie um Hilfe gebeten. Um damit klar zu kommen, wird ihm der Therapeut Hannibal Lecter zur Seite gestellt. Doch als der Mord aufgeklärt ist, ploppen viele Fragen um einen Trittbrettfahrer auf, der so leicht nicht zu fassen ist...
Sehenswert, weil... viel mit Psychologie gespielt wird. Hier werdet ihr keinen Splatter finden. Klar, die ersten Folgen wirken wie eine normale Krimiserie: Mordfall für Mordfall, nur eben krassere Sachen. Aber mit jeder Folge kristallisieren sich auch immer mehr schockierende Informationen heraus, die dafür sorgen, dass ihr dran bleiben werdet - vielleicht aber auch schlechter schlafen könnt...

https://www.youtube.com/watch?v=pDTzn8y-5kM

2. The Walking Dead

Fast schon ein Klassiker. Ich erwarte mittlerweile jede neue Folge mit Spannung, selbst wenn in manchen Folgen nicht viel passiert. Mittlerweile gibt es sogar ein Spin-Off: Fear the Walking Dead.
Worum geht's? Polizist Rick Grimes wacht nach einer Schießerei im Krankenhaus auf. Nur dass im Krankenhaus eben keiner mehr ist. Und draußen auf einmal Zombies herum wandeln. Also macht er sich auf, zu überleben - und seine Familie wieder zu finden.
Sehenswert, weil... kein klassisches Zombie-Klischee. Es geht viel mehr um die sozialen Konflikte in der Gruppe, die man eben so hat, wenn eine Zombie-Invasion ausbricht. Und es geht um die wichtigen Dinge des Lebens (und die Menschen), die sich durch eine solche Situation völlig verändern. Echt spannend! Auch wenn die Serie ab und an Durchhänger hat: Weiter gucken, lohnt sich!

https://www.youtube.com/watch?v=R1v0uFms68U

3. Dexter

Über Dexter lässt sich streiten. Wer die Serie kennt, wird nämlich nicht nur an Horror denken, sondern auch an Thriller und das ein oder andere Mal sogar an Komödie. Ich finde aber, dass Dexter super ins Serienhorrorgenre passt, weil der Grundgedanke eben der pure Horror ist: Eine Geschichte aus der Perspektive eines Serienmörders.
Worum geht's? Dexter Morgan ist ein Serienmörder. Immer schon gewesen. Als seine Eltern starben, nahm ihn der Polizist Harry auf und brachte ihm bei, wenigstens Leute zu töten, die durch das System gerutscht waren und keine Strafe bekommen hatten. Also Leute, die es verdienen zu sterben. Als Erwachsener arbeitet er, ironischerweise, als Forensiker bei der Polizei und führt somit ein Doppelleben.
Sehenswert, weil... amüsant, charmant, spannend und gruselig. Und es gibt eben einfach keine Serie, bei der man einen so ambivalenten Charakter dermaßen sympathisch findet, obwohl er eben ein Serienmörder ist. Aber: Mein Tipp, beendet die Serie auf Mitte der achten Staffel, denn das Serienfinale ist so schlecht, dass es unter Umständen die ganze Serie mies macht.

https://www.youtube.com/watch?v=x9aGJeL_BRc

4. The Strain

The Strain ist was Besonderes. Die Serie hat bei mir völlig andere Erwartungen geschürt, sie enttäuscht und trotzdem dafür gesorgt, dass ich dran bleibe. Wenn das mal nicht für die Serie spricht ;-)
Worum geht's? Ein Flugzeug landet und bis auf vier Passagiere sind alle tot. Dr. Ephraim Goodweather, Seuchenexperte, und seine Kollegin Nora Martinez sollen ermitteln, um welche Krankheit es sich handeln könnte. Dummerweise ist es keine "Seuche" in dem Sinne, sondern kleine Würmchen, die Menschen zu Vampiren machen (gruselige, angst-einflößende Vampire, nicht die Twilight-Version davon). Und noch schlimmer ist, dass ein größerer Plan dahinter steckt...
Sehenswert, weil... man erst von der Seuche ausgeht und einem klar wird, dass es weder eine Seuche ist noch Zufall. Je näher man diesem großen Plan aber kommt, desto erschreckender wird es. Spielt sauber mit der Erwartungshaltung der Zuschauer und weiß, schön zu gruseln! Und: Mr. Filch aus den Harry Potter-Filmen spielt mit :-)

https://www.youtube.com/watch?v=RiN8Edb4X2w

Abschalten! Oder...?

American Horror Story

Eigentlich ist die Idee dahinter richtig gut: Jede Staffel spielt mit völlig anderen Figuren an einem völlig anderen Ort in einer völlig anderen Zeit. Somit ist viel Erzählpotential vorhanden. Aber das ist auch das Problem: Man muss sich mit jeder neuen Staffel aufraffen, sie anzufangen. Und man kann sich nicht darauf verlassen, dass die Story einem wieder gefällt. Genau das war bei mir das Problem: Bei Staffel 3 war mein Spaß weg. Schade eigentlich, denn Staffel 4 kann ja wieder gut sein... Ich sollte wohl mal wieder rein schauen... ;-)
Worum geht's?  In Staffel 1 um eine Familie in einem alten Gruselhaus. In Staffel 2 um eine Psychiatrie in der Mitte des 20. Jahrhunderts. In Staffel 3 um einen Hexenzirkel der heutigen Zeit. In Staffel 4 um einen Zirkus mit Missgebildeten mitten im 20. Jahrhundert. Und in Staffel 5 um ein Hotel, heutzutage.
Staffel 1: Murder House
https://www.youtube.com/watch?v=-9KZr2Vn7CQ

Staffel 2: Asylum
https://www.youtube.com/watch?v=syiJDMKu3wI

Staffel 3: Coven
https://www.youtube.com/watch?v=ra8aQ-CfKVw

Staffel 4: Freak Show
https://www.youtube.com/watch?v=VPTwNuc5b3c

Staffel 5: Hotel
https://www.youtube.com/watch?v=76z-YSDGPIA