Montag, 21. Dezember 2015

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... Stefan Raab!

Eigentlich wollte ich meine Wochenrubrik für ein anderes Thema aufsparen, aber irgendwie grätschte mir der Stefan ein bisschen dazwischen. Was ja angekündigt war. Konnte ja keiner ahnen, dass mich das doch so beschäftigt...

Stefan Raab verlässt also die TV-Landschaft. Zumindest bis auf weiteres (weiß ja keiner, ob das jetzt wirklich für immer ist oder ob irgendwann ein glorreiches Comeback auf dem Plan steht). Dass er jetzt geht, ist zwar schade, aber gut so, denn er geht mit einem nicht mehr ganz so glänzenden Image.
Der Grund dafür ist nahe liegend: Raab wurde übersendet. Das klassische Problem, wenn etwas gut läuft. Es wird so lange ausgeschlachtet, bis man es nicht mehr sehen kann. Bis man, obwohl die Sendung an sich spannend ist, umschaltet, weil man genug davon hat. Oder - noch schlimmer - bis man die Sendung rapide an Qualität einbüßt.

Raab ist das beste Beispiel. Begonnen hat alles mit VIVA, danach folgte TV Total, einer richtig guten Late Night Show, diesmal sogar Made in Germany. Ein frischer Stefan Raab wusste durch Improvisationskomik und ungewöhnliche Aktionen zu beeindrucken. TV Total hat Spaß gemacht.

https://www.youtube.com/watch?v=mJLctojp9lU

Auch die Wok-WM und die Stockcar-Crash-Challenge waren anfangs noch lustig und eben was Besonderes. Doch damit fing es an. Raab hatte Ideen und Pro7 hatte Geld. Beides zusammengesteckt entstand das Raab-Imperium. Zu den drei genannten Shows kamen noch Schlag den Raab, Schlag den Star, der Bundesvision Song Contest, Autoball, Poker-Nächte und vieles mehr. Überall Raab.

Wenn man mal hochrechnet (im Jahr 2015): Vier Mal die Woche TV Total, sechs Mal im Jahr Schlag den Raab, etwa sechs Mal im Jahr diverse andere Shows plus grob acht Pokerturniere. Abgezogen der Sommer-/Winterpause von TV Total kommen wir auf etwa 200 Sendungen mit Raab pro Jahr.

Das ist aber nicht das einzige Problem. Das größere Manko an Raab war inzwischen die Qualität. Man hat spätestens im letzten Jahr gemerkt, dass er keine Lust mehr hat. Die lustigen Aktionen sind selten geworden, die Impro-Komik wirkt verbraucht, die Kommentare über Fernsehsendungen sind nur noch lauwarm lustig und die ernsthafte Bemühung, sein Publikum zu unterhalten, war weg. Ich hab das selbst lange verteidigt, bis ich mir mal wieder TV Total angesehen hab. Raab hat es nicht mal geschafft, den Moderationstext gelesen, sodass einfachste Worte völlig verquer raus kamen. Der Ehrgeiz, sein Publikum zu unterhalten, war wie weggeblasen. Und das war im Prinzip nicht einmal wichtig, denn sein Geld bekam er sowieso. Da kann man auch eben in TV-Rente gehen.

Letzten Endes möchte ich gar nicht so bitter klingen, schließlich hat Stefan Raab wirklich Qualität im deutschen Fernsehen abgeliefert - zumindest die ersten zehn Jahre. Er hat die Fernsehlandschaft des Privatfernsehens verändert. Und ohne Frage: Es wird definitiv etwas fehlen.
Trotzdem ist es gut wie es jetzt ist. Alles Gute hat ein Ende. Nur hätte Raabs Karriere-Ende etwas früher eingeleitet werden müssen.

Fragt sich nur, wen Pro7 als nächstes auf die Ausschlachtbank schickt. Ich hoffe ja inständig, dass es nicht Joko und Klaas werden. Die sind nämlich noch gut.

Montag, 14. Dezember 2015

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... das KUZ!

Jeder kennt das: Ihr wollt weggehen, tanzen und habt eine große Auswahl an Clubs. Aber trotzdem geht ihr immer in dieselben, denn die sind einfach am besten. Irgendwann sind diese wenigen Locations zu euren Locations geworden, die ihr insgeheim liebt.


Tjaja, so ging es uns mit dem Kulturzentrum in Mainz. Wenn wir tanzen wollten und die Debatte aufkam, wo es diesmal hingeht - wir kamen immer aufs KUZ zurück. Aufs KUZ mit seinen legendären 90er-/2000er-Partys. Ich weiß, ich weiß, mit meinen 21 Jahren hab ich die 90er nicht erlebt und gefühlt, da war ich schließlich noch sehr klein. Aber ich habe in den 90ern eben doch gelebt und liebe es, zu der trashigen Musik auf und ab zu hüpfen und zu rocken. Die Playlist war immer so grandios, dass wir jeden Song mitgröhlen konnten. Für wen die Musik in der großen Halle nix war, der ging eben in die kleine Halle, wo eine völlig andere Party stattfand. Das Publikum war sympathisch und wir kamen immer mit jemandem ins Gespräch. Die Preise waren super für einen Club (12€ für eine Flasche Prosecco) und wenn es einem drinnen zu viel wurde, konnte man im Innenhof runter kühlen und, wenn man wollte, rauchen. Hier hatte ich mit meinen Mädels die legendärsten Mainzer Nächte.


Diese Ära ist jetzt zu Ende. Mit dem Jahresende macht das KUZ nämlich zu. Zu viele Streitereien mit der Stadt und zu viel Baugebiet rund ums Gelände. Und deshalb blutet mir ein wenig das Herz, denn somit fällt eine riesige Kulturinstanz in Mainz weg.

birgitH  / pixelio.de


Was noch schlimmer ist: Es gibt kaum Ersatz. Die übrigen Clubs bringen alle ihr Probleme mit sich. Entweder sind sie so klein, dass um 0 Uhr die Tanzfläche schon proppevoll ist und man nicht mehr tanzen kann, sondern eher wie ein Fisch in einem viel zu kleinen Becken zappelt. Die Folge? Platzangst und akuter Spaßverlust. Oder das Publikum ist seltsam (notgeil, arg jung/arg alt, prollig). Oder - und das ist echt ein Problem - man passt einfach nicht rein. Ich hasse es beispielsweise, mit High Heels tanzen zu müssen, denn das sorgt nur für Schmerzen. Aber manch ein Club verlangt das. Nichts für mich.


Deshalb trauere ich jetzt schon ein bisschen um die Mainzer Clubszene - und werde am Freitag noch ein letztes Mal im KUZ ordentlich einen drauf machen! :-) / :'-(

Freitag, 4. Dezember 2015

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... die Berichterstattung!

Zuallererst sei mal gesagt: Ich mag die deutsche Berichterstattung. Ich bin dankbar dafür, dass wir die Pressefreiheit haben und insgesamt ein freies Land sind (zumindest so frei, dass wir uns frei fühlen). Und bislang hab ich auch immer in die Berichterstattung in Deutschland vertraut. Warum sollte uns hier schließlich etwas vorenthalten werden? Klar, wir haben westliche Nachrichten. Das heißt, wir werden nicht beschönigend über irgendeinen Krieg informiert oder bekommen nur Berichte über sehr große Krisensituationen. Aber dass uns Dinge vorenthalten werden, hätte ich so nicht gedacht.

Grund für meine Skepsis: Ich war ja in Valencia (siehe: Städtecheck). Nach einem anstrengenden Tag in der Stadt hab ich im Hotel abends den Fernseher angeschaltet und mich von spanischen Programmen berieseln lassen. Bis ich bei den spanischen Nachrichten gelandet bin, wo es gerade um einen Anti-Terror-Einsatz in Barcelona ging. Ich war sofort stutzig und überrascht, denn dass das in Spanien auch ein so großes Thema aktuell ist und dort Terroristen gesucht werden, wusste ich nicht. Wird ja in Deutschland nicht berichtet. Aber, dachte ich, vielleicht ist das ja heute das erste Mal.

Also hab ich mein W-Lan aktiviert und sowohl bei der Tagesschau-App als auch bei Google gesucht. Und: nichts! Auf keinem Kanal wurde in Deutschland erwähnt, dass sich in Spanien vermutlich Terroristen verschanzen. Obwohl das gewissermaßen ja alle betrifft, insbesondere weil das Thema Terror seit Paris in aller Munde ist. Und wir auch über die kleinsten Terror-Einsätze in Belgien informiert sind.

Da hab ich mich gefragt: Woran liegt das? Ist Spanien zu weit weg? Haben wir eine Nachrichtenschranke, bloß weil uns keine gemeinsame Grenze mit Spanien verbindet? Oder ist das Thema in Belgien nur ernstzunehmender, weil es eben eine gemeinsame Grenze zu Deutschland gibt?

Umgekehrt fand ich auch interessant, dass eine meiner Freundinnen, die gerade in Valencia lebt, meinte, über die Paris-Anschläge sei dort erst sehr spät und auch nur auf wenigen Sendern berichtet worden. Und das, obwohl Frankreich und Spanien direkt nebeneinander liegen.

Manchmal versteh ich die Medien leider nicht. Berichterstattung sollte universaler funktionieren, besonders wenn es größere Regionen betrifft.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Der Städtecheck: Valencia!

Hola amigos! Cómo estás? :-) 

Ich hab mir mal Spanien angeschaut - beziehungsweise das hübsche Valencia an der spanischen Ostküste.


Zauberhafte 20° sind bei unseren aktuellen Herbst-/Wintertemperaturen echt ein Traum! Aber hey, darum geht es nicht, zurück zum Thema. Hier ist mein Städtecheck: Valencia!

Hörensagen: Zumindest bei mir war da nicht viel. Wenn ich an Spanien denke, dann an Madrid oder Mallorca (jaja, ich weiß, schlechtes Klischee... :-(), aber Valencia hatte ich nie als besuchenswert auf dem Schirm - geschweige denn, dass ich wusste, wo es liegt.

1. Eindruck: Sonnig (nur sehr, sehr wenige Regentage im Jahr) und lahm (sorry, Valencia!). Aber der Flughafen ist beim Arrival so klein, dass man in fünf Minuten draußen ist. Und die Metrosgtation war dermaßen einsam, tief unten und dunkel, dass man sich nicht unbedingt wohl fühlt. Aber...

2. Eindruck: ... Valencia kann mehr. Es ist historisch total sehenswert und ganz schön groß. Eine riesige Shoppingmeile rund um den Colon erwartet euch und mit dem Viertel Russafa auch ein sehenswertes Areal zum Weggehen (und verlaufen).

Cafés und Bars: Eigentlich will ich euch da gar nichts konkretes empfehlen, denn dafür gibt es zu viele spannende Sachen. Was ich euch aber raten kann: Sucht Russafa auf oder wandert durch die Altstadt. Ihr findet jeweils so viele schöne Ecken, da macht Barhopping sicherlich mehr Spaß, als nach einer konkreten Location zu suchen ;-)



Mein Insider-Geheim-Super-Ess-Tipp (:-D): Ihr müsst unbedingt mal die Paella essen (die es überall gibt, sowohl mit Fisch als auch vegetarisch) und zwar mit mehreren Leuten aus einer Pfanne. Denn die Paella kommt ursprünglich aus Valencia und schmeckt dort super gut! Tapas (siehe rechts) gehen aber auch immer.

Frühstückstechnisch kommt ihr in Spanien nicht wie in Deutschland auf eure Kosten. Dafür aber günstig. Croissant, Kaffee und frisch gepresster (!) O-Saft kosten nur 3 Euro. Falls ihr auf der Karte Tostadas findet, bestellt die, denn die sind auch spanische Spezialität und ziemlich lecker!








Mein Insider-Geheim-Super-Trink-Tipp: Sangria ist öde. Den gibt es überall in Spanien. Haltet euch lieber an den Vino Tinto de Verano (siehe links), ein Wein-Mischgetränk, das in Valencia sehr beliebt ist. Wer mehr auf Cocktails steht, sollte mal das Aqua de Valencia probieren. Und nein, das ist kein Mineralwasser.









Schlafen: Wer sucht, der findet (ähnlich wie bei den Bars). Von günstigen Hostels bis teuren Hotels findet ihr hier natürlich echt alles. Achtet aber besser darauf, in Russafa oder Ensanche ein Hotel zu finden, denn von dort aus habt ihr die beste Anbindung in alle Richtungen und erreicht fußläufig sowohl die Altstadt als auch eben Russafa und die Metro. Die Altstadt würde ich als Schlaf-Ort außen vor lassen, dort ist es zu teuer.

Grünes: Schaut euch den Turia-Park (s. rechts) an. Der Park war mal der Turia, also der Stadtfluss, bis er nach einer Hochwasserkatastrophe trocken gelegt und nach außen verlagert wurde. Seitdem ist im alten Flußbett ein riesiger Park durch die ganze Stadt! Bildschön!





Feierei: Kann ich nicht viel zu sagen, da haben wir nicht viel ausprobiert. :-/


















Must-See: Die alte Seidenbörse in der Altstadt ist zwar unspektakulär, aber ganz nett und vor allem Weltkulturerbe. Der Strand und das Meer sind super! Die Promenade ist endlos, man läuft mehrere Kilometer ohne es zu merken - einfach, weil es da so schön ist. Generell lohnt es sich, die Altstadt mal unter die Lupe zu nehmen, denn an den Häusern alleine sieht man sich schon satt. Und das Oceanografic sowie der Bioprac (Zoo) sind echt schön. Besond
ers am Bioparc ist, dass die Tiere dort in ähnlichen Bedingungen leben wie in der Natur. Echt cool! Und das Oceanografic gilt sogar als eines der größten Aquarien Europas.

Studieren: Geht da gut (und günstig) und natürlich viel. Die Spanier haben Studiengänge, die wir hier gar nicht kennen. Parfümologie zum Beispiel. Und der Stoff ist angeblich auch nicht allzu schwer. Für Erasmus-Studenten lohnt es sich bestimmt.

Wohnen: Im Prinzip ist die Lage da super: Viele tolle Häuser stehen leer, die Mieten sind günstig (WG-Zimmer maximal 300 Euro, aber das sind schon Luxux-Teile). Das Problem ist die Arbeitssituation dort: Die ist nämlich denkbar schlecht. Deshalb ziehen auch immer mehr Leute dort weg. Lieber einen Urlaub dort machen ;-)

Öffis: Ich rate euch zur Metro, nicht zu den Bussen. Valencia ist auch so schon recht unübersichtlich, das wird mit den Bussen nicht leichter. Mit der Metro kommt man aber gut überall hin und die Zugänge sind auch regelmäßig (wenn auch versteckt) verteilt. Das Touri-Ticket kostet, wenn man es vorbestellt, 22,50€ für 72 Stunden, geht also auch vom Preis her.

Tipp: Valencia gehört zu den Städten, die zu Fuß erkundet werden müssen. Man kommt einfach nicht aus dem Staunen heraus, so schön ist es dort.
ußerdem ist es ratsam, ein bisschen Spanisch zu können, denn mit Englisch kommt ihr nicht weit. Hat mich sehr überrascht und etwas hilflos gemacht. Wer noch nie in Spanien war: Gewöhnt euch an die Siesta (14-17 Uhr), denn da sind die Geschäfte zu und die Restaurants zum Mittagessen geöffnet. Von 17-21 Uhr kann man dann wieder ganz normal shoppen, während man von 21-1 Uhr Abend isst. Also ist dort alles ziemlich anders.
Ein weiteres Problem ist die Lautstärke, denn die Fenster sind schlecht Isoliert. Und Spanier sind einfach laut. Geschlossene Fenster vermitteln trotzdem das Gefühl, dass die Menschen draußen direkt im eigenen Zimmer stehen. Das sorgt nachts für schlechten Schlaf, wenn man es nicht gewöhnt ist. Und im Winter (in Spanien ist es zwischen 5 und 15 Grad kalt/warm) wird nicht geheizt, weil es schlichtweg keine Heizungen gibt. Und 5 Grad sind dann wirklich kalt. Also reist besser von März bis November hin, dann ist es noch herrlich frühlingswarm.
Noch ein Tipp zum Abschluss: Wer sich nicht als Touri/Ausländer outen will, hält sich an den Kleidungsstil der Spanier. Das heißt: Zieht euch immer an, als wären es 10 Grad kälter als es wirklich sind. Ja, Spanier laufen bei 20 Grad in Winterjacken rum.


Fazit: Valencia lohnt sich wirklich, auch wenn man nicht direkt daran denkt.
Die Stadt ist historisch, kulturell ziemlich abwechslungsreich und hat ein tolles Nachtleben.
Für Twentysomethings also echt super!